Von Wolfgang Heilmann Mit dieser provokanten Headline möchte ich keine moralische These aufstellen. In moralischer Hinsicht vertrete ich die Meinung von Willi Reiners in „Tagesthema“ auf Seite 1 des Böblinger Boten vom 2. März 2011: „Nun ist er also doch zurückgetreten. Endlich. Karl-Theodor zu Guttenberg zieht die Konsequenz aus seinem schweren persönlichen Versagen. Er kam zu seinem Doktortitel, indem er seitenweise bei anderen abschrieb, ohne dies kenntlich zu machen. Damit verhöhnte er jeden einzelnen hart und ehrlich arbeitenden Studenten – und trat das Ethos der Wissenschaften mit Füßen. Dass dies keine Bagatelle ist, wie auch Politikerfreunde zunächst vorgaben, zeigt schon die Tatsache, dass ein strafrechtliches Nachspiel droht. Geistiges Eigentum ist in diesem Land geschützt“. Und weiter in derselben Zeitung in einer dort auf S. 4 unter der Überschrift „Guttenberg und das Netz“ abgedruckten dpa-Meldung: „Mindestens die Hälfte von Guttenbergs Dissertation ist nach einer Analyse der Plagiatsjäger vom Guttenplag-Wiki …

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Von: Achim Lorenz Wenige Stunden nach der Rücktrittserklärung des Verteidigungsministers listete die Homepage des Magazins „Stern“ die Verlierer und die Gewinner der Plagiarismus-Affäre auf. Zu den Verlierern zählte das Blatt neben der Union und diversen Politikern aus ihren Reihen auch die „Bild“-Zeitung. Als größten Gewinner verortete der „Stern“ das Internet, denn der „Guttenplag-Wiki“ „[…]hatte selbst die „Bild“-Zeitung nur wenig entgegenzusetzen. […] Kein Mensch, kein Team, keine Arbeitsgemeinschaft hätte so schnell die Dimension des Plagiats entlarven können.“ Internet schlägt Printmedien? Es ist wohl nicht vermessen zu behaupten, das Internet habe bei dem Fall Guttenbergs eine bedeutende, vermutlich sogar entscheidende Rolle gespielt. Ohne Internet hätte der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano die ersten kopierten Textstücke wohl nie gefunden. Vor allem aber wäre ohne Internet das Ausmaß, in dem Guttenberg offensichtlich plagiiert hat, niemals bekannt geworden. Ohne die immer neuen Meldungen über weitere entdeckte Textkopien hätte sich die Aufregung nach wenigen Tagen …

Guttenberg, Plagiate und das Werkzeug Internet Weiterlesen »

Von Achim Lorenz Spiegel Online hat zu diesem Thema einen interessanten Artikel veröffentlicht, der die Bedeutung von Facebook, Twitter und Konsorten für die Ereignisse in Tunesien und Ägypten betrachtet. Der Tenor lautet: Es gibt keine „Facebook-Revolution“ und keine „Twitter-Revolution“, auch wenn das Internet einen gewissen Einfluss ausübt. So sei die Rolle des Kurznachrichtendienstes Twitter bei der iranischen Revolte 2009 maßlos überschätzt worden: Nur etwa 60 Iraner, so eine Untersuchung des arabischen Nachrichtensenders al-Dschasira, hätten zu dieser Zeit Twitter genutzt, viele von ihnen schrieben ihre Nachrichten in Englisch und nicht in der Landessprache Farsi. Facebook wiederum, meint der kanadische Journalist und Bestsellerautor Malcolm Gladwell, stelle nicht die engen sozialen Kontakte zwischen seinen Nutzern her, die notwendig seien, um Menschen zum Protest zu motivieren. Für lose Bekanntschaften nehme man nicht das mit Protesten verbundene Risiko auf sich. Haben die sozialen Netzwerke also keinerlei Bedeutung? Das nun nicht, sagt Evgeny Morozov, …

Tunesien und Ägypten: Welche Rolle spielen soziale Netzwerke wirklich? Weiterlesen »

Die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) fördert den Einsatz und die Entwicklung multimedialer Lernelemente seit 1999. Das bayerische hochschulübergreifende Netzwerk stellt Studierenden sowie an Fort- und Weiterbildung Interessierten virtuelle Lernangebote zur Verfügung, die in das Präsenzstudium an den Hochschulen eingebunden sind. Einbezogen sind Informatik, Ingenieurwissenschaften, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften und sogenannte fachübergreifende Schlüsselqualifikationen.

Dieses Projekt läuft seit 1996 mit dem Ziel, Telearbeit zu fördern. Der Verein vermittelt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Planung und Einführung. Auch Telelearning-Aspekte sind einbezogen, insbesondere im 2004 aufgesetzten Projekt „Blended Learning im virtuellen Raum“. Eher nachdenklich wird man angesichts der Website darüber, dass als Homepage zunächst eine Aufforderung zum Besuch eines Online-Shops erscheint – erst wenn der Besucher zwischen Flash-Version und „für den kleinen Browser“ wählt, erscheinen die eigentlichen Aktivitäten des Vereins. HH