Was ein Trend ist – und was nicht

In der IT-Welt sprechen alle von Trends. Was verstehen wir eigentlich unter einem „Trend“?

Von Michael Mörike

Ein Trend ist die Richtung, in die sich etwas wie von selbst entwickelt. Weniger abstrakt betrachtet, entspricht ein Trend der Richtung, in die der Ball sozusagen von selbst den Hang hinab rollt.

In diesem Sinne wird ein Trend nicht von einem oder wenigen Playern (Modemachern, großen marktbeherrschenden Firmen) am Markt erzwungen. Ein Trend stellt sich auch nicht aufgrund saisonaler oder konjunktureller Schwankungen ein. Ein Trend ist vielmehr eine Richtung, die sich durch den Fortschritt der Technik und den Druck der Nachfrage am Markt wie von selbst ergibt.

Jedenfalls wollen wir unter Trend nicht Modethemen verstehen, die nur kurz, für einige Monate oder wenige Jahre in Mode sind, ohne tiefere Spuren in der Geschichte der Informationstechnologie zu hinterlassen. Jeder Trend hinterlässt dagegen langfristig wirksame Strukturveränderungen.

Woher wissen wir, welche Entwicklung ein Trend ist?

Genau und mit letzter Bestimmtheit können wir das nicht angeben. Durch langjährige Beobachtung und Teilnahme am Markt glauben wir aber ein Gespür dafür bekommen zu haben. Dabei geben wir gerne zu, dass wir vielleicht den einen Trend etwas überbewerten und dafür einen anderen etwas zu nachlässig behandeln.

Damit wird auch die Auswahl der wichtigsten Trends, die hier beschrieben werden sollen, im einen oder anderen Fall etwas zweifelhaft sein. Wir hoffen dies durch umfassende Schilderung der Grundlagen der jeweiligen Trends etwas ausgleichen zu können und den Leser in die Lage zu versetzen, sich selbst eine Einschätzung zu erarbeiten.

Selbstverständlich stehen einzelne Trends nicht ganz isoliert da. Moderne technische Entwicklungen greifen immer mehrere Trends auf oder müssen mehreren Trends gerecht werden, wenn sie sich durchsetzen wollen.