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	<title>Wissensmanagement &#8211; Literatur &#8211; HumanIThesia: Diskussionsportal für humane Nutzung der IT</title>
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	<description>Ethik bei künstlicher Intelligenz und Robotik</description>
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	<title>Wissensmanagement &#8211; Literatur &#8211; HumanIThesia: Diskussionsportal für humane Nutzung der IT</title>
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	<item>
		<title>Bsirske, F. et al. (Hrsg.): Wissen ist was wert &#8211; Wissensmanagement</title>
		<link>https://humanithesia.org/bsirske-f-et-al-hrsg-wissen-ist-was-wert-wissensmanagement</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Mar 2004 00:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Bsirske, F.; Endl, Hans-L.; Schröder, L.; Schwemmle, M. (Hrsg.): Wissen ist was wert. Wissensmanagement, Zentrale Beiträge der von ver.di und der Arbeitnehmerkammer Bremen im Februar 2003 ausgerichteten Tagung &#8222;Wissen ist was wert&#8220;. VSA-Verlag Hamburg 2003, ISBN 3-89965-015-8. 254 Seiten. Themen: &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/bsirske-f-et-al-hrsg-wissen-ist-was-wert-wissensmanagement"> <span class="screen-reader-text">Bsirske, F. et al. (Hrsg.): Wissen ist was wert &#8211; Wissensmanagement</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bsirske, F.; Endl, Hans-L.; Schröder, L.; Schwemmle, M. (Hrsg.): Wissen ist was wert. Wissensmanagement, Zentrale Beiträge der von ver.di und der Arbeitnehmerkammer Bremen im Februar 2003 ausgerichteten Tagung &#8222;Wissen ist was wert&#8220;. VSA-Verlag Hamburg 2003, ISBN 3-89965-015-8. 254 Seiten.</p>
<p><b>Themen: </b>Wissensmanagement, Gewerkschaften, Betriebsverfassung, Fallbeispiele.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b></p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
Treml, Franz: ver.di will Wissensmanagement</p>
<p>WISSEN &#8211; ÖKONOMIE, GESELLSCHAFT, ARBEIT (106 Seiten)<br />
&#8211; Frank Bsirske: Vom Wissen und seinem Wert<br />
&#8211; Oskar Negt: Sie wissen es, aber sie tun es nicht<br />
&#8211; Michael Sommer: Gewusst wie<br />
&#8211; Peter Glotz: Wissensmanagement und Wissensarbeiter<br />
&#8211; Dieter Klumpp: Wissen in der Informationsgesellschaft<br />
&#8211; Berthold Goergens: Wem gehört das Wissen?<br />
&#8211; Ulrike Hauffe: Vom Wissen zur Macht &#8211; Frauen-Wissen, Männer-Wissen<br />
&#8211; Nadya Natour, Antje Geier: WissensWert &#8211; Benchmarks<br />
&#8211; Michael Schwemmle: Wissensarbeit und Gewerkschaften</p>
<p>WISSEN UND BILDUNG (46 Seiten)<br />
&#8211; Gerhard Bosch: Betriebliche Reorganisatio und neue Lernkulturen<br />
&#8211; Edelgard Bulmahn: Bildungspolitik in der Wissensgesellschaft<br />
&#8211; Peter Faulstich: Wissenszugänge durch Lernzeiten<br />
&#8211; Winfried Heidemann: Ressourcen für Weiterbildung, Zeit und Geld</p>
<p>WISSENSMANAGEMENT (90 Seiten)<br />
&#8211; Siegfried Roth: Wissensvernetzung und lernende Organisation<br />
&#8211; Lothar Schröder: Wissen ist menschlich<br />
&#8211; Heinz Klinkhammer: Das Gold in den Köpfen als strat. Ressource<br />
&#8211; Hans-L. Endl: Plattform für regionales Wissensmanagement<br />
&#8211; Petra Höfers: Betriebsverfassung und Wissensmanagement<br />
&#8211; Ingolf Rascher: Mitarbeiter beteiligen &#8211; Datenfriedhöfe vermeiden<br />
&#8211; Welf Schröter: Das Prinzip der Delegation (Softwareagenten)<br />
&#8211; Peter Schmaltz: Wissensmanagement in der Praxis&#8230;<br />
&#8211; Michael Wunram, Frithjof Weber, Klaus-Dieter Thoben, Dieter H. Müller: weniger kann manchmal mehr sein. Pragmatisches Wissen in einer Forschungsorganisation</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Wer sich über das Thema „Wissensmanagement und Gewerkschaften“ informieren will, kann dies mit dem vorliegenden Buch breit und abwechslungsreich realisieren. Daneben findet der Leser auch noch einige interessante Ansätze i.Z. mit Wissensmanagement im weiteren Sinn.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p><b>Autoren und formaler Aufbau</b><br />
Die in diesem Buch zur o.a. Tagung veröffentlichten Beiträge stammen von insgesamt 27 Autoren, darunter die vier Herausgeber. Neun Autoren sind in der Wissenschaft tätig, acht in Gewerkschaften, vier im öffentlichen Bereich und sechs in der Privatwirtschaft.</p>
<p>Die einzelnen Beiträge sind kurz; vorangestellte Abstracts oder Gliederungen fehlen, ebenso ein Index; eine gezielte Auswahl ist also nur über Titel und Autor möglich. Literaturhinweise finden sich nur in einem Teil der Beiträge.</p>
<p><b>Inhalt zu &#8222;Wissensmanagement und Gewerkschaften&#8220;</b><br />
Die naturgemäß gewerkschaftlich betonte Stellungnahme zum Wissensmanagement konzentriert sich einerseits auf die Anerkennung von Wissensarbeit als „kreative Jobs mit ausgeprägten Handlungsspielräumen“ (Bsirske, S.19), die aber andererseits mit deutlichen Risiken (Schröder, S.180) wie bspw. „gläserne WissensträgerInnen“, „Entwertung persönlicher Wissenswerte“, „Erhöhung des Erwartungsdrucks gegenüber Arbeitnehmern“, „Arbeitshetze durch Lerndruck“ einhergehen. Der in früheren Jahrzehnten bspw. zur online-Arbeit oder zur IT-gestützten Telearbeit überwiegend eingenommene negative Gewerkschaftsstandpunkt hat einer ausgewogeneren Chancen-Risiken-Betrachtung Platz gemacht.</p>
<p>ver.di sieht allerdings einen ausgeprägten gewerkschaftlichen Handlungsbedarf zu gestaltungspolitischen Faktoren, z.B. hinsichtlich der Ziele von Wissensmanagement, der Verteilungsgerechtigkeit (wobei die Komplexität der Nutzenermittlung von Wissen i.w. ausgespart bleibt) und i.Z. mit Persönlichkeitsrechten (Schröder, S.190f). Als „handlungsleitende Erkenntnisse“ nennt Schröder (S.191f) bspw. „Wissen gewinnt durch Handlung an Wert“, „geistiges Eigentum verpflichtet“ („Es darf nicht vordringliches gewerkschaftliches Ziel werden, &#8230; Arbeitnehmern &#8230; dabei zu helfen, ihr Wissen für sich zu behalten“) und „Wissen hat drei Aggregatzustände“: implizites Wissen (gasförmig), zwischen Menschen kommuniziertes Wissen (flüssig) und kodifiziertes Wissen (fest), wobei letzteres von Unternehmen angestrebt werde um von Mitarbeitern unabhängig zu werden.</p>
<p><b>Weitere Inhalte zum Wissensmanagement</b><br />
Anregend hat die Rezensentin u.a. auch den Beitrag des Soziologen Gerhard Bosch (Universität Gelsenkirchen) empfunden, der vier „Mythen in der Bildungspolitik“ kritisch hinterfragt: Lernen auf Vorrat lohne bei der aktuellen Halbwertszeit von Wissen nicht mehr; man müsse mehrfach im Leben den Beruf wechseln; angesichts der heutigen Dynamik sei es sinnlos, Standards für berufliche Weiterbildung zu entwicklen; die berufliche Bildung müsse sich an den Bedürfnissen der Betriebe orientieren.</p>
<p>Bosch betont auch die Bedeutung der Kodifizierung von (dann explizitem) Wissen; als hocheffektiver Transfermechanismus unterstütze sie die Diffusion neuer Technologien, Organisationskonzepte und Produkte. Nur so könne die Mehrheit der Beschäftigten Anschluss an Innovationsprozesse finden.</p>
<p>Der dritte Teil (Wissensmanagement) enthält drei -allerdings nicht sehr detailliert ausgeführte- Praxisbeispiele von der Deutschen Telekom, einem Energieversorger und einer Universität (Bereiche Produktion, Betriebstechnik, angewandte Arbeitswissenschaft).</p>
<p>01.03.2004; HH</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Maier, Ronald: Knowledge Management Systems &#8211; Information and Communication Technologies for Knowledge Management</title>
		<link>https://humanithesia.org/maier-ronald-knowledge-management-systems-information-and-communication-technologies-for-knowledge-management</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2004 00:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Maier, Ronald: Knowledge Management Systems &#8211; Information and Communication Technologies for Knowledge Management Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2002. 574 Seiten, ISBN 3-540-43406-2, € 80,20. Abstract Die erste Auflage dieses umfassenden Werkes zum Wissensmanagement (inzwischen ist eine überarbeitete Neuauflage erschienen) &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/maier-ronald-knowledge-management-systems-information-and-communication-technologies-for-knowledge-management"> <span class="screen-reader-text">Maier, Ronald: Knowledge Management Systems &#8211; Information and Communication Technologies for Knowledge Management</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Maier, Ronald: Knowledge Management Systems &#8211; Information and Communication Technologies for Knowledge Management</b><br />
Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2002. 574 Seiten, ISBN 3-540-43406-2, € 80,20.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Die erste Auflage dieses umfassenden Werkes zum Wissensmanagement (inzwischen ist eine überarbeitete Neuauflage erschienen) wurde bereits an anderer Stelle besprochen.<br />
Sie finden eine Besprechung aus wissenschaftlicher Sicht unter <a href="http://www.wirtschaftsinformatik.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.wirtschaftsinformatik.de</a><br />
Eine weitere mehr an der Praxis orientierte Rezension enthält das HMD-Heft 229 unter <a href="http://HMD.dpunkt.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://HMD.dpunkt.de</a> (Buchbesprechungen)</p>
<p>19.02.2004; HH</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bellmann, Matthias / Krcmar, Helmut / Sommerlatte, Tom (Hrsg.): Praxishandbuch Wissensmanagement &#8211; Strategien &#8211; Methoden &#8211; Fallbeispiele</title>
		<link>https://humanithesia.org/bellmann-matthias-krcmar-helmut-sommerlatte-tom-hrsg-praxishandbuch-wissensmanagement-strategien-methoden-fallbeispiele</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2004 00:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Bellmann, Matthias; Krcmar, Helmut; Sommerlatte, Tom (Hrsg.): Praxishandbuch Wissensmanagement. Strategien &#8211; Methoden &#8211; Fallbeispiele, Symposion Düsseldorf, 1. A. 2002. ISBN 3-933814-97-9, 863 Seiten, € 99,&#8211;. Abstract Die drei Herausgeber (in alphabetischer Reihenfolge aus dem Hause Siemens, von der TU München &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/bellmann-matthias-krcmar-helmut-sommerlatte-tom-hrsg-praxishandbuch-wissensmanagement-strategien-methoden-fallbeispiele"> <span class="screen-reader-text">Bellmann, Matthias / Krcmar, Helmut / Sommerlatte, Tom (Hrsg.): Praxishandbuch Wissensmanagement &#8211; Strategien &#8211; Methoden &#8211; Fallbeispiele</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bellmann, Matthias; Krcmar, Helmut; Sommerlatte, Tom (Hrsg.): Praxishandbuch Wissensmanagement. Strategien &#8211; Methoden &#8211; Fallbeispiele, Symposion Düsseldorf, 1. A. 2002. ISBN 3-933814-97-9, 863 Seiten, € 99,&#8211;.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Die drei Herausgeber (in alphabetischer Reihenfolge aus dem Hause Siemens, von der TU München bzw. der Universität Hohenheim, von A. D. Little) haben in diesem Sammelband 50 Beiträge zum Wissensmanagement aus ihrem Umfeld und z.T. darüber hinaus zusammengetragen. Der überwiegende Teil der Autoren stammt aus dem Hause Siemens oder hat bei A. D. Little oder anderen Unternehmensberatungen Erfahrungen im Wissensmanagement gesammelt.<br />
Dem Buch liegt anstelle eines gedruckten Index eine CD-ROM bei, die den gesamten Buchinhalt umfasst und eine Volltextsuche via Acrobat Reader erlaubt. Der offerierte Begleitdienst <a href="http://www.symposion.de/wissen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.symposion.de/wissen</a> enthält i.w. das Verlagsangebot zum Wissensmanagement mit Leseproben, berechneten Downloadmöglichkeiten und zur Online-Bestellung.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
1. Fallbeispiele und Anwendungsgebiete<br />
2. Funktionsübergreifende Lösungen / Strategien der Wissensnutzung<br />
3. Werkzeuge für das Wissensmanagement<br />
4. Anbieter von Wissensmanagement-Lösungen<br />
5. Bewertung<br />
6. Unternehmenskultur und Wissen<br />
7. Hintergründe<br />
8. Perspektiven und Entwicklungen</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Von einem &#8222;Praxishandbuch&#8220; erwartet insbesondere der in der Praxis tätige Leser, dass<br />
&#8211; alle wesentlichen Fragen des Sachgebiets in einer themengerechten Struktur allgemeingültig und mit angemessener Ausführlichkeit behandelt,<br />
&#8211; Redundanzen weitgehend vermieden und Querverweise innerhalb des Werks gegeben,<br />
&#8211; wichtige Begriffe einschliesslich üblicher Synonyma definiert werden, möglichst auch eine einheitliche Terminologie verwendet wird,<br />
&#8211; sich Detailfragen über Indices erschliessen lassen, die wiederum synonyme Begriffe berücksichtigen.<br />
Diesen Anforderungen wird das Werk nicht voll gerecht, es ist kein Handbuch im üblichen Sinne. Da Praktiker sich kaum die Zeit nehmen werden, 863 Seiten zu lesen und die Inhalte für den eigenen Bedarf zu systematisieren, ist es vielmehr ein Buch zum Schmökern und Herausgreifen einzelner Beiträge, wobei eine gezielte Auswahl nur über das Studium der Abstracts oder (bei geeigneter Fragestellung) über die Volltextsuche auf der CD-ROM möglich ist. Wer damit zufrieden ist, findet viele Anregungen; sie umzusetzen verlangt aber weitere Vertiefung oder den Einbezug externer Expertise, auf die das Buch auch expressis verbis verweist.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p><b>1. Fallbeispiele und Anwendungsgebiete</b><br />
Dieses Kapitel umfasst 15 Beiträge auf rund 230 Seiten. Schwer nachvollziehbar ist die Einordnung des allgemein gehaltenen Beitrags &#8222;Wissensmanagement-Lösungen und ihre Implementierung&#8220; in dieses Kapitel. Er hätte besser in das (ggfs. weiter definierte) Kap. 4 gepasst.</p>
<p><b>2. Funktionsübergreifende Lösungen / Strategien der Wissensnutzung</b><br />
Im 2. Kapitel werden 5 Beiträge mit zusammen über 100 Seiten vorgestellt, die unternehmensweite bzw. -übergreifende konkrete Wissensmanagementlösungen beschreiben. Eine Ausnahme bildet der allgemeiner gehaltene Beitrag &#8222;Wissensmanagement im Mittelstand&#8220;.</p>
<p><b>3. Werkzeuge für das Wissensmanagement</b><br />
Das 3. Kapitel ist zweigeteilt: auf einen einführenden Beitrag folgen acht weitere zu einzelnen Werkzeugklassen; im zweiten Teil werden als Bausteine &#8222;Expertise Location und Wissenskartierung&#8220;, &#8222;Narrative Patterns&#8220;, &#8222;Skillmanagement&#8220; und &#8222;Wissengemeinschaften&#8220; (Communities behandeln davor schon zwei Werkzeugbeiträge) vorgestellt. Der einführende Beitrag vermittelt einen guten Überblick zu den Werkzeugklassen und bezieht auch die acht Folgebeiträge durch Querverweise ein.</p>
<p><b>4. Anbieter von Wissensmanagement-Lösungen</b><br />
Im Anschluss an einen einleitenden Beitrag &#8222;Wie Unternehmensberater bei ihren Kunden Wissensmanagement erfolgreich einführen&#8220; folgen sechs weitere Beiträge (zus. rund 100 Seiten), die Vorgehensweisen von Accenture, Andersen Business Consulting, Arthur D. Little, Cap Gemini Ernst &amp; Young, KPMG und Siemens Business Services beschreiben. Diese sind lt. einleitendem Beitrag gut geeignet, dem Leser einen vielseitigen Eindruck von Gestaltungsfeldern und Einführungsfragen von Wissensmanagement zu vermitteln, da alle Beiträge auf Strategie und Ziele, Lösungsbausteine, Kontext und Inhalte, Unternehmenskultur und Mitarbeiter, Organisation, IuK-Technologien, Erfolgsmessung und die Einführung von Wissensmanagement eingehen. Literatur dagegen ist (abgesehen vom einleitenden Beitrag) sparsam vertreten &#8211; Berater erfinden offenbar das perfekte Rad jeweils neu bzw. meinen das ihren Kunden gegenüber so darstellen zu müssen?</p>
<p><b>5. Bewertung</b><br />
Das 5. Kapitel (Bewertung) enthält auf 45 Seiten drei Beiträge zu „Intellectual Capital“, „Humankapitalmessung“ und einen Praxisbericht aus dem Hause Siemens zur Bedeutung von Wissensstrategien.</p>
<p><b>6. Unternehmenskultur und Wissen</b><br />
Dieses Kapitel umfasst drei Beiträge (auf rund 70 S.) über Wissen in lernenden Organisationen, zur Steigerung des ROI (hier: Return on Intelligence) und zu Lernstilen im Wissensmanagement.</p>
<p><b>7. Hintergründe</b><br />
Das 7. Kapitel geht in zwei Beiträgen auf 50 Seiten auf „Die Darstellung von Unternehmenswissen“ und „Die Messung immaterieller Vermögenswerte“ ein.</p>
<p><b>8. Perspektiven und Entwicklungen</b><br />
Das letzte Kapitel (35 Seiten) zieht im ersten Beitrag Parallelen zwischen Wissensmanagement und der Open-Source-Entwicklung; der zweite Beitrag befasst sich mit (immaterieller) Wissensökonomie.</p>
<p><b>Zur Struktur des Buches</b><br />
Die Struktur des Buches und die Zuordnung der Beiträge sind nicht durchweg nachvollziehbar. Kapitel 2 enthält ebenso wie Kapitel 1 Fallbeispiele verschiedener Anwendungsbreiten, Kapitel 7 und z.T. auch 6 und 8 behandeln wie Kapitel 5 Bewertungsfragen in einem weiteren Kontext.<br />
Jeder der drei Herausgeber weist in seinem Vorwort auf die Bedeutung von Wissensmanagement für das eigene Haus bzw. für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt hin. Krcmar z.B. sagt: „Dieses spannende Buch &#8230; hält sowohl Wege für einen Einstieg &#8230; als auch umsetzbare Anregungen für die Weiterentwicklung &#8230; bereit“. Aus dem Vorwort von Sommerlatte stammt: „Von diesen real existierenden &#8230; Anwendungen &#8230; zu wissen, öffnet die Augen und erzeugt Erstaunen. &#8230; Denn die Mehrzahl der Unternehmen &#8230; brauchen &#8230; das Wissen über Wissensmanagement, um nicht irgendwo loszugraben, sondern die Goldadern zu erkennen, die sich &#8230; deutlich abzeichnen.“</p>
<p>19.02.2004; HH</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Herrmann, Thomas / Mambrey, Peter / Shire, Karin (Hrsg.): Wissensgenese, Wissensteilung und Wissensorganisation in der Arbeitspraxis</title>
		<link>https://humanithesia.org/herrmann-thomas-mambrey-peter-shire-karin-hrsg-wissensgenese-wissensteilung-und-wissensorganisation-in-der-arbeitspraxis</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Dec 2003 00:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Herrmann, Thomas; Mambrey, Peter; Shire, Karin (Hrsg.): Wissensgenese, Wissensteilung und Wissensorganisation in der Arbeitspraxis, Westdeutscher Verlag, 1.A., Wiesbaden 2003. 219 Seiten. ISBN 3-531-13880-4. Euro 25,90. Themen: Wissensmanagement, empirische Untersuchungen, Fallstudien. Abstract Dieses Buch stellt den abschließenden Bericht des vom BMBF &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/herrmann-thomas-mambrey-peter-shire-karin-hrsg-wissensgenese-wissensteilung-und-wissensorganisation-in-der-arbeitspraxis"> <span class="screen-reader-text">Herrmann, Thomas / Mambrey, Peter / Shire, Karin (Hrsg.): Wissensgenese, Wissensteilung und Wissensorganisation in der Arbeitspraxis</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herrmann, Thomas; Mambrey, Peter; Shire, Karin (Hrsg.): Wissensgenese, Wissensteilung und Wissensorganisation in der Arbeitspraxis, Westdeutscher Verlag, 1.A., Wiesbaden 2003. 219 Seiten. ISBN 3-531-13880-4. Euro 25,90.</p>
<p><b>Themen: </b>Wissensmanagement, empirische Untersuchungen, Fallstudien.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Dieses Buch stellt den abschließenden Bericht des vom BMBF geförderten Gemeinschaftsprojekts &#8222;Wissensgenese und -verteilung als Innovationsmotor (WInn)&#8220; der Universitäten Dortmund (Fachgebiet Informatik und Gesellschaft, Fachbereich Informatik) und Duisburg (Fachgebiet Arbeit, Beruf und Organisation) sowie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) und des Landesinstituts Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) dar. Wesentliche Zielsetzung war, Faktoren für Erfolg und Probleme im Wissensmanagement zu erkennen und Handlungsempfehlungen für die Praxis daraus abzuleiten.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
Teil 1: Fragestellungen, Theorien, Methoden (S.9-68)<br />
1 Wissensmanagement &#8211; ein Eingriff in die Organisation der Wissensteilung<br />
2 Wissensmanagement &#8211; Begriffliche und konzeptionelle Anknüpfungspunkte<br />
3 Empirische Vorgehensweisen bei Erhebungen und Analysen der Praxis der Wissensarbeit</p>
<p>Teil 2: Ergebnisse aus den Unternehmen (S.69-198)<br />
4 Wissensdesign an der Kundenschnittstelle<br />
5 Technische und organisatorische Gestaltungsoptionen für unternehmensinterne Wissensmanagementprojekte<br />
6 Vernetzte Handlungsräume: Zur Ausgestaltung technisch unterstützter, verteilter Wissensarbeit</p>
<p>Teil 3: Fazit (S.199-208)<br />
7 Wissensmanagement zwischen technischem und organisatorischem Wandel</p>
<p>Literaturverzeichnis (S.209-216)<br />
Index (S.217-219)</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Das Gemeinschaftsprojekt WInn lief vom September 2000 bis zum Dezember 2002. Die Fallstudien fanden überwiegend 2000-2001, z.T. bis ins Jahr 2002 hinein statt. Leider wurde der z.T. gewählte aussagekräftige Ansatz von Längsschnittuntersuchungen (in 2 der 9 Unternehmen lt. Kap.5 fanden zwei Erhebungen im Abstand von 0,5 bis einem Jahr statt) seither nicht weiter verfolgt; das ist bedauerlich, auch wenn es sich aus dem Projektabschluß und dem damit verbundenen Ende der finanziellen Förderung erklären läßt. Ein zweiter (im Buch nur einmal angesprochener) Aspekt sollte bei künftigen Untersuchungen stärker beachtet werden: Beteiligte Unternehmen sollten weniger (auch wenn dies verständlich und nachvollziehbar ist) nach ihrer Mitarbeitsbereitschaft und mehr im Sinne einer repräsentativen Zusammensetzung ausgewählt werden. Im Projekt dominieren bspw. bei den Unternehmen des 4. und 5. Kapitels mittelständische Beratungsunternehmen; allerdings finden sich in diesen Unternehmen teilweise besonders innovative und erfolgreiche Wissensmanagementanwendungen.<br />
Ungeachtet dieser Wünsche haben die Erhebungen des Buches in der Summe wertvolle Erkenntnisse für die weitere Forschung und für die praktische Anwendung von Wissensmanagement erbracht.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p>Die beteiligten Forschungspartner unternahmen empirische Untersuchungen in drei verschiedenen Bereichen, deren Schwerpunkt jeweils auf den sozio-technischen Aspekten von Wissensmanagement-Anwendungen lag:</p>
<p>1. An der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden (teilnehmende Arbeitsplatzbeobachtungen in sechs mit einer Ausnahme kleineren Unternehmen; Kap. 4)</p>
<p>2. Unternehmensinterne Wissensmanagementprojekte (Erhebungen und Interviews in neun Unternehmen, darunter drei größere; Kap.5)</p>
<p>3. Nutzung eines spezifischen Tools (BSCW) in vernetzten Teams (Online-Befragung und Fallstudien zu Anwendungsfällen technikgestützten Lehrens und Lernens sowie zu verteilter Projektarbeit; Kap.6)</p>
<p><b>Der Aufbau des Buches folgt diesen Untersuchungsbereichen:</b><br />
Teil 1 (Kap.1-3) führt in Wissensmanagement und geeignete empirische Methoden ein. Teil 2 behandelt die Ergebnisse aus den Unternehmen in den Kap.4-6. Teil 3 enthält ein zusammenfassendes Fazit, nachdem Detailergebnisse jeweils schon in den Kapiteln 4-6 herausgestellt worden sind.</p>
<p>Forscher und Autoren haben eine Reihe wertvoller Erkenntnisse im Rahmen ihrer Erhebungen gewonnen und im Buch niedergelegt. Beispielhaft seien die folgenden genannt:</p>
<p>&#8211; Aktive Unterstützung durch das Management ist (auch hier) ein wesentlicher Faktor</p>
<p>&#8211; Eine gut vorbereitete Einführung von Wissensmanagement verbunden mit praxisnaher Schulung der Benutzer (v.a. dann, wenn diese nicht von vornherein eine hohe Qualifikation aufweisen) empfiehlt sich</p>
<p>&#8211; Kontinuierliche Information über (auch neue) Inhalte erhöht die Nutzung</p>
<p>&#8211; Meta-Wissen ist von großer Bedeutung. Damit angesprochen sind sowohl die geeignete (mehrdimensionale) Strukturierung der Wissensinhalte als auch Informationen über beteiligte Benutzer (bspw. deren inhaltliche Kompetenz für Wissensnachfrager ebenso wie die Nachfrage- und Nutzungssituation für Wissensanbieter)</p>
<p>&#8211; Reziprozität hat sich ebenfalls als wichtiger Gesichtspunkt erwiesen: Es muß eine Vertrauenssituation entstehen, in der jeder Beitragende zum Wissenspool davon ausgehen kann, dass er auch etwas zurückerhält.</p>
<p>&#8211; V.a. in großen Unternehmen wichtig ist die richtige Mischung von offenen und geschlossenen Bereichen: Überschaubare soziale Gruppen fördern die Vertrauensentwicklung</p>
<p>&#8211; &#8222;User Empowerment&#8220; ist eine Voraussetzung dafür, dass Wissen kreativer und vielseitiger genutzt wird als dies geplant und vorhersehbar war. Selbstorganisation unterstützt diese Entwicklung, zurückhaltende Vorgaben seitens der formalen Organisation fördern erfolgreiches Wissensmanagement.</p>
<p>30.12.2003; HH</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brettreich-Teichmann, Werner: Wissensmanagement in verteilten Organisationen, Infrastrukturen für flexible Arbeitsarrangements</title>
		<link>https://humanithesia.org/brettreich-teichmann-werner-wissensmanagement-in-verteilten-organisationen-infrastrukturen-fuer-flexible-arbeitsarrangements</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2003 00:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Brettreich-Teichmann, Werner: Wissensmanagement in verteilten Organisationen, Infrastrukturen für flexible Arbeitsarrangements, Gabler Verlag, Wiesbaden 2003. 287 Seiten. ISBN 3-8255-2. € 44,90. Themen: Wissensmanagement, verteilte Organisationen, virtuelle Unternehmen, Telekooperation, Telearbeit, Fallstudien. Abstract Kernpunkt des Buches sind lt. Autor (vgl. Abstract) die Rolle &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/brettreich-teichmann-werner-wissensmanagement-in-verteilten-organisationen-infrastrukturen-fuer-flexible-arbeitsarrangements"> <span class="screen-reader-text">Brettreich-Teichmann, Werner: Wissensmanagement in verteilten Organisationen, Infrastrukturen für flexible Arbeitsarrangements</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Brettreich-Teichmann, Werner: Wissensmanagement in verteilten Organisationen, Infrastrukturen für flexible Arbeitsarrangements, Gabler Verlag, Wiesbaden 2003. 287 Seiten. ISBN 3-8255-2. € 44,90.</p>
<p><b>Themen: </b>Wissensmanagement, verteilte Organisationen, virtuelle Unternehmen, Telekooperation, Telearbeit, Fallstudien.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Kernpunkt des Buches sind lt. Autor (vgl. Abstract) die Rolle und Nutzung von Wissen in neuen Arbeitsformen (Telearbeit, Telekooperation, virtuelle Organisationen) und die daraus ableitbaren wünschenswerten Infrastrukturen (Methoden, Mittel, Werkzeuge) zur Unterstützung von Wissenswertschöpfungsketten.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
Geleitwort<br />
Vorwort<br />
Abstract<br />
Inhaltsverzeichnis<br />
Abbildungsverzeichnis<br />
1. Kapitel:<br />
Einführung, methodische Grundlagen und Bezugsrahmen der Arbeit (S.23-62)<br />
2. Kapitel:<br />
Fallbeispiele für Wissensinfrastrukturen verteilter Arbeitsarrangements (S.63-154)<br />
3. Kapitel:<br />
Gestaltungsrahmenfür Wissensinfrastrukturen (S.155-178)<br />
Es gibt weder einen Index noch ein Glossar oder Abkürzungsverzeichnis</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Das 2003 erschienene Buch entspricht einer 2002 abgeschlossenen Dissertation. Es enttäuscht aber die damit verbundene Erwartung auf hohe Aktualität, weil die dargestellten Überlegungen und Fallstudien auf die 90-er Jahre zurückgehen und auch der Literaturbezug 1999/2000 endet: Erscheinungsjahr 2000 weisen nur noch zwei Sammelbände auf. Eher ungewöhnlich sind auch die zahlreichen und umfangreichen wörtlichen Zitate aus der verwendeten Literatur.</p>
<p>Wertvoll an der Arbeit ist, dass sie zu einer Zeit, in der IT-Einsatz im Vordergrund von Wissensmanagement-Lösungen stand, von den Sozialwissenschaften ausging und der Mitwirkungsbereitschaft von Menschen an Wissensmanagement-Projekten eine hohe Bedeutung beimißt. Auch die Fallbeispiele können Anregungen für die eigene Praxis geben, wobei der Leser allerdings vermißt, dass auf ihre weitere Entwicklung nach Projektabschluss in irgendeiner Form eingegangen wird.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p><b>1. Kapitel: Einführung, methodische Grundlagen und Bezugsrahmen der Arbeit</b><br />
Im ersten Kapitel wird u.a. dargelegt, dass sich &#8222;flexible Arbeitsarrangements&#8220; auf Aufgabenabwicklung rund um den Globus, rund um die Uhr und auf wechselnde Beschäftigungsverhältnisse von Mitarbeitern beziehen. Bestandteile der Wissenswertschöpfungskette sind Akquisition, Kreation, gemeinsame Erneuerung und Nutzung von Wissen in einem spiralförmig vorangetriebenen Prozess.</p>
<p><b>2. Kapitel: Fallbeispiele für Wissensinfrastrukturen verteilter Arbeitsarrangements</b><br />
Die Fallbeispiele im 2. Kapitel interpretieren Wissensdynamik und -infrastruktur vorrangig als sozialen Prozess mit sozialen Spielregeln. Neben Beispielen aus der Literatur werden fünf Pilotvorhaben beschrieben, an denen der Verfasser in der zweiten Hälfte der 90-er Jahre beteiligt war; diese konzentrieren sich beispielhaft jeweils auf einen Bestandteil der Wissenswertschöpfungskette.</p>
<p><b>3. Kapitel: Gestaltungsrahmen für Wissensinfrastrukturen</b><br />
Im 3. Kapitel leitet der Autor aus Grundlagen und Fallbeispielen einen Gestaltungsrahmen für Wissensinfrastrukturen ab, der die fünf Gestaltungsparameter &#8222;Appetenzverhalten&#8220; (Bedingungen für die Gemeinschaftsbildung), &#8222;Wissensmarktplatz&#8220; (Bedingungen für Eigentum / Tausch eines flüchtigen Gutes), &#8222;Wissensarena&#8220; (Spannung im Wettbewerb), &#8222;Wissenshaus&#8220; (Ausgewogenheit zwischen individuellem und allgemein zugänglichem Wissen) und &#8222;Wissenspranger&#8220; (Schutz der Wissensinfrastruktur) umfaßt.</p>
<p><b>Wissenschaftliche Grundlagen</b><br />
Die angestellten sozialwissenschaftlichen Überlegungen basieren auf der Strukturierungstheorie nach A. Giddens (Die Konstitution der Gesellschaft. Grundzüge einer Theorie der Strukturierung. 1992), wobei Vorkenntnisse des Lesers unterstellt werden. Wer diese nicht hat, dem empfiehlt die Rezensentin als Einstieg bspw. den Beitrag von Michael Wollnik, Interpretative Organisationstheorie (Handwörterbuch der Organisation, 3.A., hrsg. von E. Frese, Stuttgart 1992, Sp. 1778ff).</p>
<p>15.12.2003; HH</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buhl, Hans Ulrich / Huther, Andreas / Reitwiesner, Bernd (Hrsg.): Information Age Economy &#8211; 5. Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik 2001</title>
		<link>https://humanithesia.org/buhl-hans-ulrich-huther-andreas-reitwiesner-bernd-hrsg-information-age-economy-5-internationale-tagung-wirtschaftsinformatik-2001</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2002 00:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Telelernen - Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Buhl, Hans Ulrich; Huther, Andreas; Reitwiesner, Bernd (Hrsg.): Information Age Economy. 5. Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik 2001, Physica Verlag, Heidelberg 2001, ISBN 3-7908-1427-X. Themen: Wissensmanagement, Projektmanagement, empirische Untersuchung, E-Learning, Collaborative Commerce, CSCW. Abstract Auf der Internationalen Tagung Wirtschaftsinformatik 2001 wurden u.a. &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/buhl-hans-ulrich-huther-andreas-reitwiesner-bernd-hrsg-information-age-economy-5-internationale-tagung-wirtschaftsinformatik-2001"> <span class="screen-reader-text">Buhl, Hans Ulrich / Huther, Andreas / Reitwiesner, Bernd (Hrsg.): Information Age Economy &#8211; 5. Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik 2001</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Buhl, Hans Ulrich; Huther, Andreas; Reitwiesner, Bernd (Hrsg.): Information Age Economy. 5. Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik 2001, Physica Verlag, Heidelberg 2001, ISBN 3-7908-1427-X.</p>
<p><b>Themen: </b>Wissensmanagement, Projektmanagement, empirische Untersuchung, E-Learning, Collaborative Commerce, CSCW.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Auf der Internationalen Tagung Wirtschaftsinformatik 2001 wurden u.a. auch Themen aus den Bereichen Wissensmanagement und rechnergestützten Lernen behandelt.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
Relevante Bereiche im Tagungsband sind:</p>
<p>4. Wissensmanagement in der Digitalen Ökonomie &#8211; Technologien und Methodologien, Anwendungen und Erfahrungen (S.221-306, 6 Beiträge)</p>
<p>5. Kooperation beim rechnergestützten Lernen und Wissensmanagement (S.307-394, 6 Beiträge)</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Traditionsgemäß kommen auf der Wirtschaftsinformatik-Tagung sowohl Wissenschaftler als auch Praktiker zu Wort, die Inhalte der Beiträge sind breit gestreut. Im Folgenden dominieren Beiträge aus der Wissenschaft.</p>
<p>Unter 4. Wissensmanagement in der Digitalen Ökonomie wurden behandelt:</p>
<p>&#8211; R. Traphöner: Knowledge Sharing Medium<br />
&#8211; M. Meier, M. Stößlien, P.Mertens: Personalisierung von Management- und Stakeholder-Informations-Systemen<br />
&#8211; M. Brandt et al.: Ein fallbasierter Ansatz für die computergestützte Nutzung von Erfahrungswissen bei der Projektarbeit<br />
&#8211; D. Eifert, I. Pippow: Erfolgswirkungen von One-to-One-Marketing &#8211; Eine empirische Analyse<br />
&#8211; J. Schackmann, M.Knolbloch: Web-Mining mit Methoden des Information Retrievals &#8211; Personalisierung von Web-Sites auf Basis von Webtracking-Daten<br />
&#8211; H. Häuschen: Eine offene, dezentrale Architektur für das Suchen und Auffinden von Informationen in verteilten Systemen</p>
<p>Unter 5. Kooperation beim rechnergestützten Lernen und Wissensmanagement wurden behandelt:</p>
<p>&#8211; A. Klein, H.Krcmar: E-Learning und Collaborative Commerce &#8211; Was sie von der CSCW-Forschung lernen können<br />
&#8211; B. Grille et al.: Wissensmanagementprozesse &#8211; Mit Experteninterviews zum aufgabenbezogenen hypertextbasierten Informations- und Tutorsystem</p>
<p>&#8211; S.Schönert, O.Schönert: Kommunikationsprozeßbasiertes Wissensmanagement in virtuellen Projekten &#8211; Konzepte und Prototyp<br />
&#8211; U.Hinze et al.: CSCL-interdisziplinär: Synergie oder Reibungsverluste?<br />
&#8211; M. Wessner: Ein kollaboratives Lernmodell für CSCL-Umgebungen<br />
&#8211; G.Schwabe, C.Filk, M.Valerius: Warum Kooperation neu erfinden? Zum Beitrag der CSCW-Forschung für das kollaborative E-Learning</p>
<p>09.01.2002; HH</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schmidt, A. / Gellersen, H.-W.: Suchen im Internet &#8211; Finden und Gefunden werden</title>
		<link>https://humanithesia.org/schmidt-a-gellersen-h-w-suchen-im-internet-finden-und-gefunden-werden</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2001 00:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Schmidt, A. / Gellersen, H.-W.: Suchen im Internet &#8211; Finden und Gefunden werden, in: Praxis der Wirtschaftsinformatik 2/1999 ISSN 1436-3011 D 12952, Hüthig Verlag, S. 88 &#8211; 103. Themen: Navigation, Meta-Tag, Suchmaschine, Telelearning, Wissensmanagement. Abstract Suchfunktionen, soweit sie für das &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/schmidt-a-gellersen-h-w-suchen-im-internet-finden-und-gefunden-werden"> <span class="screen-reader-text">Schmidt, A. / Gellersen, H.-W.: Suchen im Internet &#8211; Finden und Gefunden werden</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schmidt, A. / Gellersen, H.-W.: Suchen im Internet &#8211; Finden und Gefunden werden, in: Praxis der Wirtschaftsinformatik 2/1999 ISSN 1436-3011 D 12952, Hüthig Verlag, S. 88 &#8211; 103.</p>
<p><b>Themen: </b>Navigation, Meta-Tag, Suchmaschine, Telelearning, Wissensmanagement.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Suchfunktionen, soweit sie für das Navigieren im Internet von Bedeutung sind, werden von Fachmännern der Telematik erklärt.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
1. Information als Produktionsfaktor<br />
2. Grundlagen zur Informationssuche im Internet<br />
3. Effizient Suchen und Finden<br />
4. Effektiv Einstellen und Gefunden werden</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Eine aufschlussreiche Einführung in Suchtechniken.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p>1.<br />
Suchen im Internet kostet Zeit und ist deshalb für Unternehmen ein Kostenfaktor. Doch kommt es eigentlich auf Finden und Gefunden werden an, ein alles andere als triviales Problem; denn die Web-Seitenzahlen sind enorm und weiterhin in starkem Wachstum begriffen (Größenordnung um das Jahr 2000: eine Milliarde Seiten).</p>
<p>2.<br />
Deshalb wird um Hilfsmittel gerungen. Zu den wichtigsten gehören:<br />
Kataloge: typischerweise mit hierarchisch strukturierten Kategorien.<br />
Suchmaschinen: im Unterschied zu Katalogen mit Stichwörtern arbeitend, wobei in der Regel umfassendere Ausschnitte erfasst werden;<br />
auch Meta-Suchmaschinen (Meta-Crawler) gibt es, wobei auf mehreren Suchmaschinen gleichzeitig gesucht wird;<br />
unter Umständen ist auch die Benutzung von Katalogen in Kombination mit Suchmaschinen sinnvoll;<br />
durch sogenannte Webringe sind thematisch verwandte Web-Seiten miteinander<br />
verbunden bzw. verbindbar, was als besonders effiziente Infobeschaffung gilt.<br />
Im Allgemeinen arbeiten Suchmaschinen nach Strategien zur Erkennung der &#8218;Wichtigkeit&#8216; eines Begriffs innerhalb durchsuchter Texte, im primitivsten Fall nach Häufigkeit des Vorkommens des betreffenden Begriffs (die Strategien gehören zu den Geheimnissen der konkurrierenden Hersteller).</p>
<p>3.<br />
Für hochspezialisierte Anfragen sind einige Dinge wissenswert:<br />
— die Eingabe &gt;Suchmaschine&lt; in Verbindung mit Stichwörtern führt schnell in spezifische Gebiete;<br />
— Groß- und Kleinschreibung wird nicht von allen Suchmaschinen ignoriert, manche verlangen exakt die gleiche Schreibweise wie die, die gefunden werden soll (sogenannte Wildcards am Ende eines Suchbegriffs erlauben Formenspielraum wie z.B. Singular oder Plural);<br />
— das Aneinanderreihen von Suchbegriffen stellt im Allgemeinen eine logische Oder-Verknüpfung dar, das Zeichen &gt;+&lt; (plus) steht für eine logische Und-Verknüpfung, das Zeichen &gt;-&lt; (minus) für ein logisches Und-Nicht;<br />
— Möglichkeiten, den Suchraum einzuschränken, sind üblich, wobei die regionale, die sprachliche, die zeitliche Einschränkung sinnvoll und gängig sind;<br />
— attributierte Suchanfragen (Attribute zur Eingrenzung) werden empfohlen, wenn nach einem bestimmten Kontext gesucht wird, Beispiel: &gt;link:www.organisationx.de&lt; (&gt;Finde Dokumente mit einem Link zur Organisation X&lt;);<br />
— um Trefferquoten auf eine überschaubare Menge zu reduzieren, ist neben Attributierung auch der (iterative) Gebrauch von Inklusion/Exklusion von Nutzen;<br />
— für die Suche in Diskussionsforen gibt es spezielle Suchmaschinen, z.B. www.dejanews.com/<br />
— im Übrigen ist Kreativität gefragt, mit der Suchgeräte &#8218;überlistet&#8216; werden können, etwa durch Orientierung an Personennamen (&gt;from:namex&lt;).</p>
<p>4.<br />
Gefunden werden kann (für Unternehmen) im Vordergrund stehen. Dazu können Seiten bzw. Einstiegsseiten per Formular bei einer Suchmaschine angemeldet werden; die Autoren empfehlen Nachprüfen, ob die gewünschten Seiten (vom Suchmaschinen-Robot) auch besucht wurden.<br />
Es können auch Seiten, unabhängig von anderen Einschränkungen, vom Zugriff durch Suchmaschinen ausgeschlossen werden.<br />
Interessant sind die Möglichkeiten, die durch Meta-Tags (HTML-Elemente) gegeben sind; es handelt sich dabei um gezielte Zusatzinformationen (&#8222;description&#8220;), die einem Dokument bzw. einer Dokumentenreihe beigegeben werden können, wobei es hier auf die Schlüsselwörter ankommt. Über sie werden — Missbrauch ist vorgebeugt — die betreffenden Dokumente durch die Suchmaschinen identifiziert.</p>
<p>19.11.2001; MF</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stumme, Gerd / Wille, Rudolf (Hrsg.): Begriffliche Wissensverarbeitung &#8211; Methoden und Anwendungen</title>
		<link>https://humanithesia.org/stumme-gerd-wille-rudolf-hrsg-begriffliche-wissensverarbeitung-methoden-und-anwendungen</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2001 00:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://humanithesia.org/?p=1009</guid>

					<description><![CDATA[Stumme,Gerd / Wille, Rudolf (Hrsg.): Begriffliche Wissensverarbeitung — Methoden und Anwendungen, Springer Verlag Berlin, Heidelberg, New York 2000. 389 Seiten. Themen: Formale Begriffsanalyse, formaler Kontext, Fuzzykonzept, Merkmalexploration. Abstract Die Formale Begriffsanalyse, ein Instrument für computergestützte Erkundungszwecke, wird vorgestellt. Inhaltsverzeichnis Vorwort &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/stumme-gerd-wille-rudolf-hrsg-begriffliche-wissensverarbeitung-methoden-und-anwendungen"> <span class="screen-reader-text">Stumme, Gerd / Wille, Rudolf (Hrsg.): Begriffliche Wissensverarbeitung &#8211; Methoden und Anwendungen</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stumme,Gerd / Wille, Rudolf (Hrsg.): Begriffliche Wissensverarbeitung — Methoden und Anwendungen, Springer Verlag Berlin, Heidelberg, New York 2000. 389 Seiten.</p>
<p><b>Themen: </b>Formale Begriffsanalyse, formaler Kontext, Fuzzykonzept, Merkmalexploration.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Die Formale Begriffsanalyse, ein Instrument für computergestützte Erkundungszwecke, wird vorgestellt.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
Vorwort (Stumme/Wille)</p>
<p>METHODEN<br />
Begriffe und Implikationen (Ganter)</p>
<p>ConImp — Ein Programm zur Formalen Begriffsanalyse (Burmeister)</p>
<p>Ähnlichkeit als Distanz in Begriffsverbänden (Lengnink)</p>
<p>Datenanalyse mit Fuzzy-Begriffen (Pollandt)</p>
<p>Terminologische Merkmalslogik (Prediger)</p>
<p>Grundlagen einer Triadischen Begriffsanalyse (R. Wille/Zickwolff)</p>
<p>ANWENDUNGEN (Auszüge)<br />
Formale Begriffsanalyse im Software Engineering (Lindig/Snelting)</p>
<p>Ein TOSCANA-Erkundungssystem zur Literatursuche (Rock/R. Wille)</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Interessant vor allem für Informatiker, Linguisten und Bibliothekare.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p>Im Vorwort erklären die Herausgeber Gerd STUMME und Rudolf WILLE, was sie unter Begrifflicher Wissensverarbeitung, die interdisziplinär anwendbar und menschengerecht sein soll, verstehen: Das Wissen soll in der ganzen Breite seines Entstehens und Fortlebens, vom reflektierenden Bewusstsein bis zur Verständigung, begriffen werden. Nur dann könne das zu bewältigende Spannungsverhältnis von Wissen und Verarbeitung angemessen behandelt werden.</p>
<p><b>Methoden</b><br />
Grundbegriffe der Begrifflichen Wissensverarbeitung werden von Bernhard GANTER vorgestellt. Es werden in diesem Feld Gegenstände anhand ihrer Merkmale geordnet. Dies geschieht mit einem auf Symmetrie aufgebauten mathematischen Modell, bei dem beide Seiten grundsätzlich in ihren Rollen vertauscht werden können (Dualitätsprinzip. — Umgangs-sprachlich wird nach Ganter die Gegenstandsseite allerdings eher durch Teilmengenbeziehung ausgedrückt, die Merkmalsseite eher als Implikation). Begriffsverbände können formal durch die in ihm geltenden Implikationen gut beschrieben werden; allerdings sei hier das Problem, dass die Menge aller Implikationen in einem gegebenen Kontext gewöhnlich hochredundant ist. Deshalb gehöre es zu den Grundaufgaben, eine &#8218;handliche Implikationenbasis&#8216; zu finden.<br />
Gegenstand &#8211; Merkmal-Daten lassen sich grundsätzlich auf zweierlei Weise beschreiben: a) durch einen Begriffsverband, d.h. durch eine (räumlich gedachte) Netzstruktur von Beziehungen, in der als Kontext etwa die Inhalte einer Matrix abgebildet sind; b) durch eine Stammbasis zum Kontext, d. h. durch Auflistung der grundlegenden Implikationen (aus denen die übrigen folgen). Selbst Stammbasen seien in der Praxis häufig allerdings übermäßig kompliziert, so dass nach weiteren Vereinfachungen gesucht werden; hierzu gehört die Eigenbehandlung von Teilmengen und die Nutzung von symmetrischen Beziehungen zwischen Implikationsmengen.</p>
<p>ConImp (Contexts and Implikations), ein Programm zur formalen Begriffsanalyse mit seinem Kernstück der &#8222;interaktiven Merkmalsexploration&#8220;, wird von Peter BURMEISTER vorgestellt. Ausgegangen wird vom Verständnis eines Begriffs als gedanklicher Einheit aus &#8218;Umfang&#8216; und &#8218;Inhalt&#8216;. Theoretische Grundlage für die Bestimmung formaler Kontexte (nach Ganter) ist die Kontext-Definition K: = (G,M,I), mit G als Gegenstandsmenge und M als Merkmalsmenge, sowie I als einer Reation zwischen beiden; geschrieben wird im Allgemeinen: gIm , zu lesen in der Weise, dass der Gegenstand (bzw. ein Element von ihm) g das Merkmal(selement) m hat. ConImp wird vorzugsweise auf Tabellen angewandt, die so gebaut sind, dass bei &#8218;Zutreffen&#8216; von Merkmal m bei Gegenstand g eine Ankreuzung erfolgen kann.<br />
Erklärt werden noch aus der Theorie geordneter Mengen einige Grundbegriffe; zunächst der einer geordneten Menge selbst, definiert aus den Bestandteilen (P, ≤), wobei der erste Bestandteil eine Menge, der zweite eine Ordnungsrelation auf die Menge darstellt. Im Einzelnen wird unterschieden, ob p und q als Element von P vergleichbar oder unvergleichbar sind; desweiteren wird das Nachbarschaftsverhältnis von p und q (als unterer und oberer Nachbar) bestimmt. Eine geordnete Menge, sofern endlich, kann als Liniendiagramm (Hassediagramm) dargestellt werden, das die Nachbarschaftsbezüge der Element enthält. Wichtig sind noch die Begriffe Supremum bzw. Infimum als größte obere bzw. größte untere Schranke einer Teilmenge und der Begriff des Verbands, d.h. einer geordneten Menge, in der für die Teilmengen jeweils ein Supremum und ein Infimum existiert; schließlich kann in einem Verband noch nahe und weitere Nachbarschaft unterschieden werden, indem von schnittirreduziblen Elementen (die genau einen oberen Nachbarn haben) und verbindungsirreduziblen Elementen (wo dieses nicht zutrifft) gesprochen wird. Für das Programm ConImp ist die Reduktion eines Kontexts auf seine irreduziblen Gegenstände oder Merkmale notwendig, wenn Kontexte für die Arbeit des Programms zu groß werden.<br />
ConImp arbeitet mit Ordnungen von Implikationen, wobei eine gültige Implikation &#8222;P =&gt; C&#8220; mit P für Prämisse und C für Konklusion unter der Voraussetzung gegeben ist, dass wenn jedes Merkmal aus P auf einen Gegenstand g zutrifft, dann auch jedes Merkmal aus C auf ihn ihn zutrifft. Gültige Implikationen bzw. Listen davon ist das Programm zu erzeugen in der Lage.<br />
Für die Wissensverarbeitung ist die Frage nach typischen Gegenständen oder Merkmalen ein sehr wichtiges Problem, in der Praxis etwa, wenn ein Schlagwortkatalog einer Bibliothek erstellt wird, bei dem die (klassifizierenden) Schlagwörter als Merkmale und die Bücher als Gegenstände gelten und über die Schlagwörter geleistet werden soll, &#8218;typische&#8216; Bücher zu finden. Mit ConImp kann eine interaktive Merkmalexploration durchgeführt werden, um mit Hilfe eines Experten typische Gegenstandsmengen zu bestimmen. Vom Programm werden dem Experten dabei Implikationen-Vorschläge gemacht, die er akzeptieren kann oder auch durch die Eingabe eines Gegenbeispiels widerlegen kann. Mittels der bereits akzeptierten Implikationen (bzw. auch schon eingegebener sogenannter Hintergrundimplikationen) kann eine Kandidaten-menge P darauf hin geprüft werden, ob sie automatisch akzeptiert werden kann. Wenn nicht, wird der Experte nach dem &#8218;unverzichtbaren&#8216; Teil der Implikation (hinsichtlich Prämisse und Konklusion) gefragt. Mit seiner Antwort prüft das Programm erneut, ob eine automatische Akzeptanz möglich ist. Auf diesem interaktiven Weg soll ein Kontext mit einer typischen Menge von Gegenständen geschaffen werden.</p>
<p>Von &#8222;Ähnlichkeit als Distanz in Begriffsverbänden&#8220; handelt der Beitrag von Katja LENGNINK. Das Prinzip der Ähnlichkeit, im 16. Jahrhundert von M. Foucault ausgearbeitet, spielt neuerdings in einer Reihe von Bereichen (Biologische Taxonomie, Wortfelderstrukturierung in der Linguistik u.v.a.m.) eine besondere Rolle. Aufgabe der Mathematik, in deren Rahmen Lengninks Darlegung liegt, ist es, Ähnlichkeit formal möglichst exakt zu bestimmen, wozu ein Ähnlichkeitsmaß erforderlich ist. Ein solches existiert mit der sogenannten Hamming-Distanz dH (g,h), bei welcher der Grad der Ähnlichkeit genau durch die Anzahl der g und h trennenden Merkmale bestimmt ist.</p>
<p>Ein Liniendiagramm (häufiger Fall) kann auf mathematischem Weg in einen Hamming-treuen Kontext umformuliert werden, d.h. unter Anwendung des genannten Ähnlichkeitsmaßes dar-gestellt werden. Er kann dann auch auf das Liniendiagramm zurückprojiziert werden, so dass in diesem die Ähnlichkeitsbeziehungen graphisch (durch kleinere oder größere Distanzen zwischen den Linien) erscheinen; eine solche Veränderung wird &#8222;Hamming-Erweiterung&#8220; genannt. Sie ist nach Lengnink relevant für Begriffsverbände, indem die gesamte begriffliche Datenstruktur unter dem Ähnlichkeitsaspekt erfasst und graphisch durch Distanzen zwischen den Gegenständen dargestellt werden kann.</p>
<p>Datenanalyse mit Fuzzy-Begriffen ist das Thema von Silke POLLANDT. Bei ihr ist der Ausgangspunkt der Formalen Begriffsanalyse ein (formaler) Kontext, ausdrückbar durch das Tripel (G, M, I), in dem die Relationen binärer Art sind, d.h. ein Merkmal besitzen oder nicht. Häufig sei der relationale Zusammenhang zwischen Gegenständen und Merkmalen aber nicht durch eine Binärrelation erfassbar, weil &#8218;Unschärfen&#8216; im Spiel sind. Diese können intrinsisch sein, also in einem handelnden Subjekt verankert sein; auch können sie informationeller Art sein, im Ausmaß oder in der Art zugrundeliegender Informationen begründet liegen; und schließlich kann es auch relationale Unschärfe geben, z.B. in der Relation &#8222;nicht viel größer als&#8220;. Mit dem von L.A. Zadeh eingeleiteten Versuch, mathematische Modelle zur Verarbeitung von Unschärfen zu schaffen, entstand der Begriff der Fuzzy-Menge, deren Elemente nicht binär (0 oder 1) sind, sondern in einem Wertebereich liegen (zwischen 0 und 1).<br />
Über die herkömmlichen (formalen) Kontexte hinaus können auch &#8222;Fuzzy-Kontexte&#8220; gebildet werden, definiert als das Tripel (G,M,R), mit einer Fuzzy-Relation R als Verbindung der Gegenstandsmenge G und der Merkmalsmenge M. Fuzzy-wertige Kontexte sind sinnvoll bei Phänomenen, die umgangssprachlich mit unscharfen Begriffen wie &#8218;teuer&#8216;, &#8217;sehr schnell&#8216;, &#8218;fast neu&#8216;, &#8218;warm&#8216; oder &#8218;kalt&#8216; etc. beschrieben werden. Das Fuzzykonzept erlaubt demnach eine (definitorische und methodische) Ausweitung der Formalen Begriffsanalyse klassischer Provenienz.</p>
<p>Susanne PREDIGER: Terminologische Merkmalslogik in der Formalen Begriffsanalyse. Hier geht es darum, noch nicht benutzte logische Sprachelemente in die Formale Begriffsanalyse einzuführen; grundlegend ist dabei eine Syntax der Merkmale und eine Semantik, deren Interpretation in einem &#8222;relationalen Kontext&#8220; stattfindet. Dieser Kontext ist ein formaler Kontext (G,M,I), der um eine auf die Gegenstände bezogene Gruppe R von Relationen erweitert ist: ((G,R),M,I).<br />
Von dieser Definition ausgehend kann die Sprache der terminologischen Merkmalslogik eingeführt werden, mit Hilfe derer aus einer gegebenen Menge von Merkmalen und Relationen weitere Merkmale konstruiert werden. Zum Beispiel habe man einen relationalen Kontext &#8218;englisches Königshaus&#8216; mit eine eingeschränkten Menge von Elementen (die Menschennamen und vereinzelte Eigenschaften); sie können nun erweitert werden durch die Sprache der Merkmalslogik des Systems Familie (Mutter, Vater, Elternteil, Großmutter etc.), womit für den Begriffsverband &#8218;englisches Königshaus&#8216; neue Merkmale konstruiert werden. Grundsätzlich kann durch die Sprache der Merkmalslogik ein gegebener Kontext erweitert werden.</p>
<p>Von einer Erweiterung der bisherigen Begriffsanalyse handelt auch der Beitrag &#8222;Grundlagen einer triadischen Begriffsanalyse&#8220; von Rudolf WILLE und Monika ZICKWOLFF. Ausgegangen wird (für die Formale Begriffsanalyse) von einem intersubjektiven Begriffsverständnis, in dem Begriffe als Mittel der Verständigung in einem zweckgerichteten Handlungsrahmen dienen. In diesem Sinne hätten schon zahlreiche effiziente Anwendungen vorgenommen werden können, vor allem im Managementsystem &#8222;Toscana&#8220;.<br />
Die bisherige (Formale) Begriffsanalyse baut auf dem Tripel (G,M,I) auf, wobei &#8218;I&#8216; normaler-weise binäre Relationen zwischen den Gegenständen G und den Merkmalen M repräsentiert. Begriffe eines Kontexts, so die Autoren, können in diesem Kontext durch Formalisierung ihrer jeweiligen Extension als eine Menge formaler Gegenstände und durch Formalisierung ihrer jeweiligen Intension als eine Menge formaler Merkmale erfasst werden. Die große Schwäche dieser ( wegen ihrer doppelten Begriffsstruktur ) &#8222;dyadisch&#8220; genannten Begriffsanalyse liegt nach Ansicht der Autoren, die sich auf die pragmatische Philosophie von Charles Peirce berufen, darin, dass die gewonnenen Begriffe nicht ausdrucksstark genug sind. Der elementaren Beziehung &#8222;ein Gegenstand hat ein Merkmal&#8220; mangele es vor allem an den fehlenden Spezifizierungen:<br />
— unter welchen Bedingungen,<br />
— mit welcher Begründung,<br />
— zu welchem Zweck,<br />
— in welcher Art von Beziehung<br />
die ausgedrückte Beziehung gilt. Aus diesem Grund plädieren die Autoren für eine Erweiterung der dyadischen zu einer triadischen Begriffsanalyse, indem zur Gegenstands- und Merkmalsmenge noch eine dritte Menge von &#8222;formalen Modalitäten&#8220; hinzukommt; das so erweiterte Grundschema schreibt sich dann als Quadrupel von (G,M,B,Y), wobei mit B die dritte (Bedingungs- oder Modalitäts-) Menge und mit Y eine dreistellige Relation zwischen den drei Grundmengen bezeichnet wird. Die Elementarform der triadischen Begriffsanalyse lautet demnach: der Gegenstand g hat das Merkmal m in der Modalität b.<br />
Die graphische Darstellung von &#8218;Begriffstriverbänden&#8216; ist, wie die Autoren zeigen, nicht ganz leicht; und es gibt (noch) Probleme der eindeutigen Zuordnung von Begriffen. Aber die Autoren können ein schönes Beispiel dafür geben, wie reale Zusammenhänge durch einen Begriffstriverband repräsentiert werden können. Das Beispiel ist der Kontext der synoptischen Evangelien, wobei die zwölf Jünger als Gegenstände gefasst sind, die Inhalte von Textabschnitten mit namentlicher Nennung der Jünger als Merkmale und die Sichtweisen in den Matthäus-, Markus-, Lukas-Evangelien als Modalitäten. Graphisch dargestellt ist der &#8218;Multi-Kontext&#8216; für jedes Evangelium in einem Diagramm, das nach unten hin die (12) Jünger enthält und nach rechts die (36) Erzählabschnitte; die jeweils namentlich genannten Jünger sind angekreuzt. Eine weitere Darstellungsform wird in einem (integrierten) Dreiecksnetz gegeben, aus dem beispielsweise erkennbar ist, dass es nur bei Lukas einen Textabschnitt gibt, in dem Petrus und Johannes zusammen und unabhängig von den andern genannt werden (was immer für Schlüsse daraus gezogen werden können).<br />
Abschließend kommen die Autoren noch auf die Merkmalslogik zu sprechen, die sie im Sinne der Boole&#8217;schen Klassenlogik auf triadische Gebilde für anwendbar halten; dafür wird ein mathematischer Ansatz geboten.</p>
<p><b>Anwendungen (Auszüge)</b><br />
Der erste Fall praktischer Anwendung bzw. Anwendbarkeit der Formalen Begriffsanalyse betrifft das Software Engineering, demonstriet von Christian LING und Gregor SNELTING. Im Unterschied zu den Anfangszeiten des Software Engineering, in denen Qualitätskriterien wie Korrektheit, Effizienz, Robustheit die große Rolle spielten, ziele man heute auf die bessere Evolutionsfähigkeit von Software, in anderen Worten ihre Ausbaufähigkeit.<br />
In diesem Zusammenhang ist das Problem der &#8218;Altsoftware&#8216; ins Blickfeld gerückt: viele (fast) unersetzliche Systeme sind schon zwei Jahrzehnte alt, aber durch verschiedene Umstände &#8218;verbraucht&#8216;; um ihren Nutzen zu erhalten, sind die sogenannten (Re)3-Technologien in Entwicklung begriffen, nämlich Reuse, Reenginierung und Restructuring. Hierfür ist es sehr wichtig, Referenzarchitekturen wiederzufinden, und für diesen Zweck kann die Formale Begriffsanalyse hilfreich sein.<br />
Die Autoren zeigen an einem Beispiel (Unix Dokumentation), wie in einer Bibliothek, in der eine Indexierung mit Schlüsselwörtern gegeben ist, Software-Komponenten in effizienter Weise wiedergefunden werden können. Der übliche Weg ist, eine Anfrage durch ein oder zwei Schlüsselwörter zu machen, wobei das Ergebnis unter Umständen allerdings (viel) zu unübersichtlich ist. Eine elegante und effiziente Lösung diese Problems, so die Autoren, ist die Darstellung des Ergebnisses als Begriffsverband. Der Vorteil davon ist, dass eine Teilmenge bereitgestellt werden kann, die alle Bedingungen der Anfrage erfüllt (Infimum).<br />
Nun kann die Anfrage verfeinert werden, am besten natürlich durch &#8217;sinnvolle&#8216; Erweiterungen; diese können mit Hilfe des Begriffsverbands selektiert werden, indem nicht-gemeinsame Attribute aus dem (Ergebnis-) Begriffsverband ausgewählt werden. Die verfeinerte Anfrage kann selbstredend wiederholt werden. — Das umrissene Verfahren wurde als Prototyp entwickelt. Gezeigt habe sich bei der Anwendung, dass das System eine sehr schnelle Navigation durch den Datenbestand erlaubt. Auch die Anzahl der Suchschritte sei im Allgemeinen sehr begrenzt: Bereits nach zwei Suchschritten ist die Zahl der selektierten Dokumente in der Hälfte aller Fälle von über 1600 auf unter 6 gefallen.</p>
<p>Von Tammo ROCK und Rudolf WILLE stammt der Bericht über die erfolgreiche Installation eines TOSCANA-Erkundungssystems am ZIT, dem Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung in Darmstadt. Dieses Zentrum, eine mit Landesmitteln arbeitende Einrichtung der TH Darmstadt, verfügt über eine breit angelegt Interdisziplinarität zu seiner Thematik, indem dort versucht wird, Einzelprojekte zu koordinierten Arbeitsbereichen zusammenzuführen und in diesem Sinne zu fördern; der Focus liegt dabei im Bezug auf den Menschen und seine Lebensumwelt. Außerdem verfügt dieses Zentrum über eine (interdisziplinäre) Bibliothek mit einem Bestand von etwa 2000 Büchern und 50 Zeitschriften.<br />
Eine derartige Sonderbibliothek, sagen die Autoren, ist notwendig, weil das Auffinden interdisziplinärer Literatur mit den üblichen Suchverfahren sehr unbefriedigend ist; und zwar deshalb, weil in den bekannten Bibliotheken den einzelnen Dokumenten in der Regel nur sehr wenige Schlagwörter zugeordnet sind und solche Bibliotheken zudem weitgehend disziplinär ausgerichtet sind. Anders die Vorgehensweise im ZIT: Den Büchern seiner Bibliothek wurden etliche tausende von verschiedenen Stichwörtern zugeordnet, die dann allerdings auf eine Schlagwortliste mit etwa eineinhalb Tausend Begriffen &#8218;verschlankt&#8216; wurde, um eine gute Basis für die Anwendung des TOSCANA-Erkundungssystems zu haben. (Die Verschlagwortung wurde mit durchschnittlich rund 30 Schlagworten pro Buch vorgenommen und so durchgeführt, dass sie weniger für den disziplinären Experten als für den interdisziplinär interessierten Benutzer brauchbar ist; im Übrigen betonen die Autoren, dass man in solchen Fällen die Schlagwortnormdatei der Deutschen Bibliothek — SWD — heranziehen sollte.)<br />
Begriffliche Suchstrukturen diskutierend heben die Autoren hervor, dass eine thematische Literatursuche grundsätzlich als Lernprozess angelegt sein sollte, da man ja noch nicht weiß, was man findet. Ferner seien reichhaltige Begriffsnetze notwendig, die thematisch geordnete Zusammenhänge darstellen und sich verfeinern, vergröbern und verändern lassen. Und hier kommt nun die Formale Begriffsanalyse ins Spiel, in der ein Begriff als gedankliche Einheit verstanden wird, die aus einem die Gegenstände umfassenden Begriffsumfang (Extension) besteht und einem Begriffsinhalt (Intension), zu dem die auf alle Gegenstände des Begriffsumfangs zutreffenden Merkmale gehören. Im Fall einer Bibliothek heißt die Elementarform &#8222;Gegenstand &#8218;Buch x&#8216; hat das Merkmal &#8218;Schlagwort y'&#8220;; ein (formaler) Begriff hat als Begriffsumfang eine Menge von Büchern und als Begriffsinhalt eine Menge von Schlagwörtern. Die Begriffe eines Kontexts bilden hinsichtlich ihrer Unterbegriff-Oberbegriff-Relation (wobei &#8218;der Umfang des Unterbegriffs als im Oberbegriff enthalten&#8216; definiert ist) einen Begriffsverband, der typischerweise durch ein Liniendiagramm dargestellt wird. Ein Schlagwort (Merkmal des Kontextes) wird in einem solchen Diagramm dem umfanggrößten Begriff zugeordnet, der dieses Schlagwort in seinem Inhalt hat; ein Buch (Gegenstand des Kontextes) dem umfangkleinsten, der dieses Buch in seinem Umfang hat.<br />
In der ZIT-Bibliothek — die Liniendiagramme der Suchstrukturen sind hier mit dem Programm Anaconda erstellt — sind die inhaltlichen Informationen zu den Büchern in einem Datensatz gespeichert, in dem rund 1600 Bücher mit rund 400 Schlagwörtern über circa 50 000 Zuweisungen verbunden sind. Navigiert wird in diesem Kontext mit dem TOSCANA-Erkundungssystem, das einen interaktiven Charakter hat. Man kann in einer Schlagwort-Suchstruktur-Liste nachschauen, in welchen Kontexten ein bestimmtes Schlagwort verwendet wird, um die interessierenden Bereiche in einer Anfrage zu präzisieren; man kann (bei noch zu großer &#8218;Trefferquote&#8216;) einschränkende Begriffe in die Anfrage hineinzoomen, um ein entsprechend eingegrenztes Liniendiagramm zu erhalten; man kann dann auch einzelne Informationen (Schlagwörter) über interessierende Bücher abrufen und nach Bedarf den Volltitel eines Buchs erhalten. — Das Toscana-Erkundungssystem wurde 1997 zur allgemeinen Nutzung in der ZIT-Bibliothek installiert, die Erfahrungen damit demgemäß noch jung. Doch beurteilen die Autoren die Installation als gelungenen Ansatz, das bis dato ungelöste Problem thematischer Literatursuche zu lösen.</p>
<p>19.11.2001; MF</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Edvinsson, Leif / Brünig, Gisela: Aktivposten Wissenskapital &#8211; Unsichtbare Werte bilanzierbar machen</title>
		<link>https://humanithesia.org/edvinsson-leif-bruenig-gisela-aktivposten-wissenskapital-unsichtbare-werte-bilanzierbar-machen</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2001 00:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Edvinsson, Leif / Brünig, Gisela: Aktivposten Wissenskapital &#8211; Unsichtbare Werte bilanzierbar machen, Verlag Dr. Th. Gabler Wiesbaden 2000. 224 Seiten. Themen: Balanced Scorecard, Humankapital, Wissenskapital. Abstract Es werden Versuche dargestellt, Wissen als Kapitalgröße messbar zu machen. Inhaltsverzeichnis 1. Cash-flow entsteht &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/edvinsson-leif-bruenig-gisela-aktivposten-wissenskapital-unsichtbare-werte-bilanzierbar-machen"> <span class="screen-reader-text">Edvinsson, Leif / Brünig, Gisela: Aktivposten Wissenskapital &#8211; Unsichtbare Werte bilanzierbar machen</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Edvinsson, Leif / Brünig, Gisela: Aktivposten Wissenskapital &#8211; Unsichtbare Werte bilanzierbar machen, Verlag Dr. Th. Gabler Wiesbaden 2000. 224 Seiten.</p>
<p><b>Themen: </b>Balanced Scorecard, Humankapital, Wissenskapital.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Es werden Versuche dargestellt, Wissen als Kapitalgröße messbar zu machen.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
1. Cash-flow entsteht nicht in der Buchhaltung</p>
<p>2. Formen von Kapital</p>
<p>3. Der Skandia-Navigator</p>
<p>4. Relevanz und Aktzeptanz der Wissensbewertung</p>
<p>5. Modelle der Wissensbewertung in Theorie und Praxis</p>
<p>6. Umsatz kommt von Umsetzen</p>
<p>7. Wissen als handelsbares Gut</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Ein bemerkenswertes, doch nicht ganz seriös erscheinendes Bilanzierungsinstrument.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p>1.<br />
Das traditionelle Modell der Buchführung, so die Autoren einleitend, kann den Wert eines Unternehmens nicht mehr befriedigend darstellen, zumal dann nicht, wenn dieser Wert durch das dem Unternehmen angehörige Wissen bestimmt ist. Eine solche Buchführung, bei der Kapital auf der Passiv-Seite der Bilanz erscheint, sei ein Überbleibsel aus dem Industriellen Zeitalter und müsse grundlegend verändert werden.<br />
Um Missverständnisse zu vermeiden, werden zunächst einmal die Begriffe &#8222;Daten&#8220;, &#8222;Information&#8220; und &#8222;Wissen&#8220; definitorisch in ihr Verhältnis gesetzt.<br />
— Daten: kontextunabhängig vorliegende Zahlen und Zeichen<br />
— Information: in einen sinnvollen Zusammenhang und Zweckbezug gebrachte Daten<br />
— Wissen: die handlungsorientierte Vernetzung von Informationen in einem Kontext (S. 13).<br />
Unter Wissenskapital (synonym mit intellektuellem Kapital) verstehen die Autoren nicht nur menschliches Denkvermögen, auch Werte wie Markennamen oder Warenzeichen sind miteingeschlossen. Solche &#8218;Vermögenswerte&#8216; erscheinen in Bilanzen aber nicht; darin liege der Grund, weshalb der Marktwert eines zukunftsträchtigen Unternehmens seinen Buchwert häufig um das zwei- bis neunfache übertrifft (dieser Multiplikator wird auch als Q-Wert bezeichnet). Eine Metrik, die solche Werte bilanzierbar macht, müsse einen hohen Individualisierungsgrad (bezogen auf die Unternehmen) haben und Unschärfen zulassen.</p>
<p>2.<br />
Wissenskapital, so wird dargelegt, erscheint in drei grundlegenden Formen:<br />
a) als Humankapital, worin das gesamte geistige und körperliche Vermögen der Mitarbeiter eingeschlossen ist, und zwar das bereits genutzte und das latent vorhandene;<br />
b) als Strukturkapital, gefasst als infrastrukturelle Unterstützung des Humankapitals, etwa ein informationstechnologische System, aber auch Patente, Copyrights etc.;<br />
c) Kundenkapital (mitunter auch dem Strukturkapital zugerechnet).<br />
Das Wissenskapital repräsentiere Chancen. Wenn sie annähernd richtig dargestellt werden können, käme man dem wahren Wert eines Unternehmens nahe.</p>
<p>3.<br />
Der Skandia-Navigator, ein System zur Bewertung und Erkundung des &#8218;intellektuellen Kapitals&#8216; (IK) in einem Unternehmen, steht im Zentrum der Darstellung. Entwickelt wurde das System seit Mitte der 1980er Jahre in der &#8222;Skandia&#8220;, einem großen skandinavischen Finanzdienstleister. Als Meilensteine der Erkenntnisse zum &#8218;Intellektuellen Kapital&#8216; hebt Leif Edvinsson (fungierend als Direktor für IK in der Skandia) hervor: IK ist eine die Finanzinformationen eines Unternehmens ergänzendende Information; sie repräsentiert die verborgene Lücke zwischen Marktwert und Buchwert eines Unternehmens; IK stellt als nicht-finanzielles Vermögen eine Verbindlichkeit dar. Ein weiterer Meilensteinstein auf der Suche nach den versteckten Werten in einem Unternehmen sei die Annahme gewesen, dass IK definiert werden kann als Summe des Humankapitals und des Strukturkapitals. Das letzte Produkt der langjährigen Bemühungen war der IK-Navigator der Skandia oder Skandia-Navigator.<br />
Das Grundmodell dieses Systems wird auf drei Ebenen dargestellt, dem &#8218;Gestern&#8216;, dem &#8218;Heute&#8216;, dem &#8218;Morgen&#8216;. Auf die Vergangenheitsebene zielt der Finanzfocus; es ist der Blick auf die Finanzinformationen eines Unternehemens, sprich: die Bilanz (im traditionellen Sinn). Auf die Gegenwartsebene zielt der Kundenfocus, womit die Beziehungen eines Unternehmens zu seiner Kundschaft angesprochen sind, desweiteren als Herzstück des Ganzen — weil dieser Focus mit jedem anderen in Verbindung steht — der Humanfocus, der Blick auf die Mitarbeiterschaft eines Unternehmens, ferner der Prozessfocus, auf die Abläufe im Rahmen eines Unternehmens zielend (kann als ein Teil des &#8218;Strukturkapitals&#8216; aufgefasst werden). Auf die Zukunftsebene gerichtet ist der Focus Erneuerung und Entwicklung, der auf neue Produkte und Mitarbeiterschulung abzielt (kann ebenfalls als ein Teil des &#8218;Strukturkapitals&#8216; aufgefasst werden). Bei jedem Focus geht es darum, versteckte Werte eines Unternehmens ausfindig zu machen und sie nach Möglichkeit durch Indizes auszudrücken.</p>
<p>Zum Finanzfocus:<br />
Hier wird unterschieden zwischen der &#8222;Finanzdokumentation&#8220; (Bilanz) im klassischen Sinn, der &#8222;finanziellen Kapitalisierung&#8220;, in der schon eine &#8217;neue IK-Metrik&#8216; auftaucht, indem als Größen etwa das Geldvermögen, die Einkünfte und der Marktwert der Mitarbeiter ins Auge gefasst wird, und den &#8222;Rohen Finanzdaten&#8220;, die alle aktuellen, neu im Unternehmen herumschwirrenden Finanzinformationen — und sei es in Form von Gerüchten — umfassen.</p>
<p>Zum Kundenfocus:<br />
Hier interessieren die Informationen bzw. deren Wert, die insbesondere langfristige Kunden-beziehungen betreffen, aufgeschlüsselt nach &#8222;Kundentyp&#8220;, &#8222;Kundentreue&#8220;, &#8222;Kundenrolle&#8220; (im Hinblick auf seine &#8218;Teilnahme&#8216; an einer Produktverbesserung), &#8222;Kundenunterstützung&#8220; (Programme zur Kundenbindung) und der eigentlichen &#8222;Kundenbindung&#8220;, gemessen beispiels-weise an der jährlichen Kaufquote.</p>
<p>Zum Humanfocus:<br />
Hier schlage sozusagen das Herz der gesamten Dynamik, zugleich sei er aber der schwierigste Teil des IK-Modells; denn schwer sei zu messen, was in den Köpfen und Herzen der Manager und Mitarbeiter eines Unternehmens vor sich geht. Die Messinstrumente hinsichtlich des Personals müssten deshalb &#8222;gut begründet und entwickelt&#8220; sein, außerdem &#8222;teleologisch&#8220;, nämlich mit Blick auf eine gewollte Zukunft unter sich verändernden Bedingungen. Als wichtigste Problemfelder werden genannt (nach Miller und Wurzburg) erstens die mangelnde Transparenz von Arbeitskosten und noch mehr der Kosten für erweiterte Mitarbeiter-qualifikationen, zweitens die Schwierigkeit der Messung der Produktivitätskapazität (Wissen, Fachkenntnisse, Fähigkeiten) und drittens die der Zuordnung von ökonomischem Wert zu Qualifikationsmessungen. — Als Indizes zum Humanfocus sind u.a. ausgearbeitet worden: Jährliche Fluktuation von Festangestellten, Prozentsatz von Telearbeitern, jährliche Kosten für Qualifikations-Supportmaßnahmen.</p>
<p>Zum Prozessfocus:<br />
Hier interessiert in erster Linie die Rolle der Technologie: inwieweit sie die Wertschöpfung des betreffenden Unternehmens unterstützt; hieran hingen allerdings die weiteren Fragen, ob die &#8218;richtige&#8216; Technologie verwendet und ob sie effektiv angewandt wird, wiederum nur schwer bewertbare Faktoren; außerdem kämen bei diesem Focus organisatorische Bedingungen zur Geltung. Als brauchbare Indizes werden (u.a.) genannt: Wert des IT-Inventars, das nicht älter als zwei Jahre ist; der Beitrag dieses Inventars im Hinblick auf ein Qualitätsziel; der Anteil von Telearbeitern, vorzugsweise in einer definierbaren Zukunftsperspektive (wird auch als Index für IuK-technologischer Entwicklungsstand angesehen); Verwaltungskosten im Verhältnis zum Vermögen.</p>
<p>Zum Focus Erneuerung und Entwicklung:<br />
Von den zahlreichen (26) Indizes, die hier aufgeführt sind, können folgende als typisch gelten: Investitionen in neue Kundendienste; Kosten für gemeinsame Schulungen eines Unternehmens und seiner Partner; der Wert des Sales-Information-Systems des Unternehmens; der Wert seines Kommunikationsnetzes; der Beitrag dieses Netzes zum Umsatz des Unternehmens.</p>
<p>Insgesamt sind die als relevant erachteten Faktoren bzw. Listen von Indizes so breit angelegt, dass für ein individuelles Unternehmen die &#8218;passenden&#8216; (zur Bestimmung des Unternehmenswerts) gefunden werden können. Ziel ist allerdings auch, eine einfache Gleichung zu finden, mit welcher der Wert eines Unternehmens oder überhaupt einer Organisation bestimmt werden kann, und zwar in Form eines Effizienzkoeffizienten, der aussagt, wie ein Unternehmen sein &#8218;Intellektuelles Kapital&#8216; auf seinem gegenwärtigen Stand nutzt. Dazu schlagen die Autoren das folgende Verfahren vor.<br />
a) Zunächst muss IK in absoluter Größe bestimmt werden, wobei diese Größe ein Potential ausdrückt, also zukunftsgerichtet ist.<br />
b) Dann wird, mit Hilfe einer repräsentativen Auswahl aus den Indizes der fünf Focussierungsbereiche, der aktuelle Leistungsstand (relativ zu vergleichbaren Unternehmen) des betreffenden Unternehmens auf einer 0 &#8211; 1 Skala gemessen und der Durchschnitt aus den Messungen berechnet; dieser Durchschnittswert wird auf die absolute IK-Größe bezogen (mit ihr multi-pliziert), so dass man einen Effizienzkoeffizienten als Prozentsatz der absoluten IK-Größe erhält.</p>
<p>4.<br />
In diesem Kapitel wird von einer Erhebung berichtet, die das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) 1999 im Rahmen des EU-Projekts MAGIC (Measuring and Accounting Intellectual Capital) durchgeführt hat; befragt wurden europäische, nordamerikanische und asiatische Unternehmen unterschiedlichster Branchen.<br />
Im Allgemeinen wurde &#8218;Intellektuelles Kapital&#8216; als einer der wichtigsten Werte eines Unternehmens angesehen. Doch worin dieses Kapital besteht, darüber kamen sehr verschiedene Vorstellungen zutage; unter anderem wurde Know-how, Beziehungen (Who is Who), Innovationskapazität, technische und soziale Kompetenz der Mitarbeiter genannt. Am engsten wurde &#8218;Intellektuelles Kapital&#8216; allerdings mit dem Begriff &#8218;Humankapital&#8216; assoziiert.<br />
Für die große Mehrheit der Befragten bedeutete IK der erfolgkritischste Faktor für die Zukunft des Unternehmens, maßgeblich für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Gefragt, was de facto in den Unternehmen am meisten gemessen wird (potentielle Faktoren des IK betreffend), zeigte sich, dass Produktqualität und Kundenzufriedenheit weit im Vordergrund stand.<br />
Gefragt wurde auch, ob für die Bemessung von IK ein unternehmensspezifisches oder ein standardisiertes Verfahren bevorzugt würde, neigte etwa die Hälfte der Befragten zum Ersteren, etwa ein Drittel zum Zweiteren (S. 146).</p>
<p>5.<br />
Ein Streifzug durch Modelle der Wissensbewertung in Theorie und Praxis ist Gegenstand des fünften Kapitels. Einleitend wird (mit Roehl/Romhardt) festgestellt, dass die Kapitalisierung von Wissen eine Art Quadratur des Kreises darstellt; denn hierzu sei &#8222;das Unmögliche nötig: die kontextgebundene Ressource Wissen muss objektivierbar gemessen werden.&#8220; (S. 153) Als generalisierbarer Ansatz wird herausgestellt, dass bei jeder Art von Wissensmanagement &#8218;Wissen auf Wissen angewandt&#8216; wird und dabei Wissen produziert wird. Im Einzelnen werden — abgesehen vom Skandia-Navigator — folgende Verfahren vorgestellt:</p>
<p>Calculated Intangible Value (CIV): ein Verfahren, das auf der Ermittlung des Werts einer Marke beruht und nur anwendbar ist bei überdurchschnittlichen Kapitalrenditen. Im Kern wird bei diesem Verfahren die Differenz zwischen dem Gesamtgewinn eines Unternehmens und seines Gewinns aufgrund der Sachanlagen als Ergebnis des &#8218;Wissenskapitals&#8216; angesehen.</p>
<p>Intangible Assets Monitor: Das &#8218;Wissenskapital&#8216; wurde (durch den schwedischen Wissensexperten Sveiby) in drei Kategorien geteilt, interne Struktur, externe Struktur, Mitarbeiterqualifikation. Bei diesem — dem Skandia-Navigator eng verwandten — Modell gehören zur internen Struktur Indizes der Unternehmensorganisation wie z.B. die Proportion des Verwaltungspersonals, zur externen Struktur Indizes der Kundenbeziehungen wie Einnahmen pro Kunde und zur Mitarbeiterqualifikation Indizes wie das Qualifikationswachstum und die Fluktuation bei Experten.</p>
<p>Balanced Scorecard (BSC): Von Kaplan und Norton unter dem Aspekt des internen Steuerungs- und Kontrollprozesses entwickelt, wird mittels handlicher Steuerungsgrößen (Scorecard) die balancierte Integration der &#8218;Faktoren&#8216; Finanzen, Kunden, interne Abläufe und Mitarbeiter befördert.</p>
<p>In einem ausführlichen Erfahrungsbericht von der DEUTSCHEN LUFTHANSA (durch Gero von Götz) wird das dort praktizierte &#8218;Wissensmanagement&#8216; dargestellt. Das gesamte Informationssystem der Lufthansa wird verglichen mit einem riesigen Cockpit, in dem gleichsam der Flug des Unternehmens in zahlreichen Messgrößen festgehalten wird. Im Unterschied zum Umgang mit den Informationen innerhalb des Cockpits gehe es bei der Betrachtung des Wissens um Produktion und Konsumtion des Wissens im Umgang mit dem Cockpit. Zu klären sei (und dies wurde in einem eigens dafür eingerichteten Projekt versucht), wie dieses Wissen akquiriert, bewertet, gespeichert, verteilt und nutzbar gemacht wird, wobei all dies unmittelbar personenbezogene Aktivitäten seien. Unterschieden wird generell zwischen (a) &#8222;dokumentengeneriertem Wissenserwerb&#8220;, bei der Lufthansa durch ein hochautomatisch arbeitendes Datawarehouse, in dessen Ablaufsystem es keine besonderen Probleme gäbe; der Inhalt dieses zeitabhängig oder alarmabhängig abrufbaren Datawarehouse, betont Gero von Götz, &#8222;ist &#8230; für sich genommen noch kein Wissen. Erst der intelligente Umgang mit der Information in seinem Kontext generiert für das Unternehmen Mehrwert.&#8220; (S. 164) Von dieser Generierungsart wird unterschieden (b) der &#8222;prozessgenerierte Wissenserwerb&#8220;: er erfolge &#8218;on the job&#8216; in regelmäßig wiederkehrenden (Markt-) Situationen; wie bei anderen Fluglinien sei die Dokumentation dieser Vorgänge ein beträchtliches Problem, weshalb die Lufthansa dazu übergegangen sei, wichtige Standardvorgänge nach einem bestimmten Prüf- und Bewertungs-Schema zu dokumentieren. Diese Art des Vorgehens, wird unterstrichen, eigne sich allerdings nur für reaktive und repetitive Prozesse. Demgegenüber sei (c) der &#8222;Wissenserwerb von Personen&#8220;, d.h. die direkte Nutzung des Wissens von Person zu Person, für neue, für wenig strukturierte und für komplexe Entscheidungssituationen (z.B. Auftauchen eines neuen Wettbewerbers) von großer Bedeutung, und hier besonders das implizite Wissen (tacit knowledge). Was diese Art des Wissens anlangt, hätten sich hohe Hierarchien und lange Entscheidungswege hinderlich auf das Lernen ausgewirkt. Als Konsequenz daraus habe man bei der Lufthansa Anreize dafür geschaffen, dass Mitarbeiter ihr Wissen mitteilen oder hinterlegen; vor allem sei dies bezüglich der (frühzeitigen) Weitergabe der Kenntnis von Steuerungsfehlern wichtig. Solche Fehler würden häufig deshalb nicht weitergegeben werden, weil sie negativ an den Erfolg des jeweiligen Mitarbeiters gekoppelt sind. Dieses Problem müsse durch Arbeiten an einer &#8222;Fehlerkultur&#8220; bewältigt werden. &#8222;Fehler sind regelmäßig Lernerfahrungen.&#8220; (S. 165)</p>
<p>In einem Erfahrungsbericht aus der DAIMLER-CHRYSLER AG wird (von E. Minx und H. Roehl) der Sinn von Szenarien für die Wissensbildung dargelegt; ausdrücklich ersetzen die Autoren dabei den Begriff des Wissensmanagement durch den der &#8222;Wissensorganisation&#8220;, &#8222;um der kontextuellen Bindung von Wissen in sozialen Systemen Rechnung zu tragen.&#8220; (S. 191) Berichtet wird aus den gemachten Erfahrungen in einem Zukunftlabor; eine Fragestellung dieses Labors war beispielsweise &#8222;die Zukunft der Mediendienstleistung&#8220;. Durchgespielt wurde eine Revolutionsszenario und alternativ dazu ein Evolutionsszenario. Das erstere implizierte eine Machbarkeitsstudie für innovative Mediendienste, das zweitere die Prüfung von strate-gischen Allianzen. — Inhalte und Ergebnisse von Szenarien, so die Autoren, sind zu Beginn eines Szenario-Projekts nicht vorhersehbar. Wohl aber sei, bei einer seriösen Methodik, der Prozess von Anfang an so angelegt, dass eine Integration des Wissens, das die Projektpartner mitbringen, möglich ist.<br />
Eines der Ziele einer Szenario-Veranstaltung könne sein, dass jeder Mitwirkende sein Wissen zu der betreffenden Fragestellung erweitert; ein weitergehendes Ziel bestehe allerdings darin, ein &#8222;kollektives Wissensmodell&#8220; zur Behandlung der Fragesstellung zu bilden (wodurch in nuce eine &#8222;Knowledge Community&#8220; entsteht). Im Fall von Zukunftsszenarien werde neues Wissen vor allem durch den Perspektivwechsel erzeugt, den eine Vorstellung von der Zukunft im Rückbezug auf die Gegenwart ergibt; in anderen Worten lernt man von dem &#8217;neuen Licht&#8216;, das eine Zukunftsvorstellung auf die gegebene Situation &#8218;wirft&#8216;. Die Autoren sprechen in diesem Zusammenhang auch von kritischen Momenten der Wissensentwicklung. Denn eine neue Sicht auf scheinbar selbstverständliche Gegebenheiten könne bei den einzelnen Mit-wirkenden Verunsicherung hervorrufen; darüber hinaus könne ein kritisches Moment auch darin bestehen, dass in anderer Sicht gedacht wird als erlaubt ist; die Konflikte, wenn Szenario-Implikationen und offizielle Organisationsinteressen auseinanderfallen, seien immer wieder offensichtlich. Die Bedeutung von Veranstaltungen im Sinne eines Zukunftslabors sehen die Autoren in einer effizienten Art, mit Erfahrungswissen umzugehen.</p>
<p>6.<br />
Unter der Überschrift &#8222;Umsatz kommt von umsetzen&#8220; werden (von P. Schütt) Regeln für erfolgreiches Wissensmanagement aufgestellt; sie handeln<br />
— von der Wichtigkeit, dass Mitarbeiter bereit werden, ihr Wissen zu teilen;<br />
— vom Aufbau von Expertennetzen;<br />
— davon, dass durch zufriedene Mitarbeiter Kunden zufrieden machen;<br />
— von Anreizsystemen und Vertrauen;<br />
— vom Schaffen informeller Austauschsituationen;<br />
— von externen Partnern wegen der Gefahr der Betriebsblindheit.</p>
<p>7.<br />
&#8222;Wissen als handelbares Gut&#8220; heißt das letzte Kapitel. Typische Produktformen dafür seien bisher: Beratungsleistungen, Schulungen; Franchising, Software, Lizenzen und Patente. Gefragt wird darüber hinaus, ob es auch eine Wissensbörse geben wird und wie sie wohl aussehen könnte. Als Ansatz dazu wird das sogenannte Bradley-Albert-Modell erläutert, das auf eine — durch das Internet in schneller Vermittlung arbeitende — Börse von Experten abzielt (wobei vor allem an Manager und Freiberufler gedacht ist). Edvinsson/Brünig halten ein solches Modell allerdings als eine &#8222;Arbeitsmarktbörse&#8220; und fragen selbst nach der Möglichkeit einer Wertebörse für Wissen. Ihre Überlegungen gehen in folgende Richtung: Mit dem Skandia-Navigator habe man ein (wenn auch verbesserungswürdiges) Instrument zur Bewertung des Wissenskapitals eines Unternehmens. So wie Aktien für herkömmliche Formen des Kapitals als Optionen auf zukünftigen Gewinn ausgegeben werden, so könnten grundsätzlich auch Optionen für Wissenskapital geschaffen werden — die Firma Skandia hat selbst einen Versuch gestartet, ihren Mitarbeitern als Incentives Wissenskapital-Optionen auf die Wertsteigerung ihrer Firma zu geben. Würde solches Schule machen, könnten die Optionen wie an einer Wertpapierbörse gehandelt werden&#8230;<br />
&#8218;Wissen&#8216; wäre dann mehr als ein handelbares Gut, das mir beim Lesen der Überschrift verheißen wurde; es wäre ein Stück handelbaren Kapitals, durch dessen Erwerb ich zwar nicht an Wissen reicher würde, aber vielleicht an Geld, oder vielleicht auch nicht.</p>
<p>15.11.2001; MF</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bach,V. / Vogler, P. / Österle, H. (Hrsg.): Business Knowledge Management</title>
		<link>https://humanithesia.org/bachv-vogler-p-oesterle-h-hrsg-business-knowledge-management</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torge Ziemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Nov 2001 00:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissensmanagement - Literatur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://humanithesia.org/?p=979</guid>

					<description><![CDATA[Bach,V. / Vogler, P. / Österle, H. (Hrsg.): Business Knowledge Management, Springer Verlag Berlin, Heidelberg, New York 1999. 280 Seiten. Themen: Suchmaschinen, Wissensbedarfe, Wissensmanagement, Wissensobjekte, Wissensplattform, Wissensstruktur. Abstract Die St. Gallener Wirtschaftsinformatiker führen in das Business Knowledge Management ein und &#8230;<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://humanithesia.org/bachv-vogler-p-oesterle-h-hrsg-business-knowledge-management"> <span class="screen-reader-text">Bach,V. / Vogler, P. / Österle, H. (Hrsg.): Business Knowledge Management</span> Weiterlesen &#187;</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bach,V. / Vogler, P. / Österle, H. (Hrsg.): Business Knowledge Management, Springer Verlag Berlin, Heidelberg, New York 1999. 280 Seiten.</p>
<p><b>Themen: </b>Suchmaschinen, Wissensbedarfe, Wissensmanagement, Wissensobjekte, Wissensplattform, Wissensstruktur.</p>
<p><b>Abstract<br />
</b>Die St. Gallener Wirtschaftsinformatiker führen in das Business Knowledge Management ein und berichten von Wissensmanagementprojekten mit verschiedenen Firmen.</p>
<p><b>Inhaltsverzeichnis</b><br />
Teil I: Grundlagen<br />
1 Wissensmangement: eine unternehmerische Perspektive<br />
2 Business Knowledge Management: von der Vision zur Wirklichkeit<br />
3 Tools und Architekturen für Business Knowledge Management<br />
4 Promet I-Net: Methode für Intranet-basiertes Wissensmanagement</p>
<p>Teil II: Fallstudien<br />
5 Wissensmanagement für die Schadenbearbeitung in Versicherungsunternehmen<br />
6 Wissensplattform für Electronic Customer Care<br />
7 Wissensmanagement bei der LGT Bank in Liechtenstein<br />
8 Smartnet als Kernstück des Intranet der Credit Suisse<br />
9 Praktiziertes Knowledge Management bei der BMW AG<br />
10 Das Verpackungsdesign der Migros: Knowledge Management in Business Networks</p>
<p><b>Bewertung</b><br />
Mit der wohltuenden Ausnahme von Jens Schulze (Kapitel 9) herrscht die Neigung vor, sich hinter einem Businessdialekt des Informatiker-Arabisch zu verstecken.</p>
<p><b>Inhalt</b></p>
<p>1<br />
Als Perspektive für Unternehmer wird in Aussicht gestellt, dass eine informations-technologisch gestützte Beschaffung und Vermittlung von Informationen Einsparungen erbringt. Dies sei von Banken, Chemieunternehmen, Versicherungen etc., die auf Wissens-management setzen, bereits erkannt worden. Die Erwartungen an diese neue Disziplin seien allerdings unterschiedlich. So wolle der Praktiker bereits digitalisiertes Wissen zugreifbar haben. Dem Wissenschaftler demgegenüber gehe es darum, Wege zur Wissensstrukturierung, zur Suche und Selektion vorhandenen Wissens und zu geeigneten Organisationsformen seiner Vermittlung zu finden. Darüber hinaus gäbe es auch &#8222;Visionäre&#8220;, die sich eine maschinelle Generierung von Wissen erhoffen, indem die betreffenden Maschinen aus vorhandenem Wissen Schlussfolgerungen ziehen und lernen würden. (S. 17)</p>
<p>Auffällig ist, dass weder in diesem ersten noch den weiteren Kapiteln des Buchs eine Definition von &#8222;Wissen&#8220; versucht wird. Es scheint, als würde &#8218;Wissen&#8216; und &#8218;komplexe Informationen&#8216; gleichgesetzt werden.</p>
<p>Die Gründe für die Entdeckung des Wissensmanagement lägen zum Einen im Vorhandensein von informationstechnologischen Werkzeugen, mit denen Informationen erfasst, gespeichert, ausgewählt und verteilt werden kann, zum Andern in dem neuen Bewusstsein der Wirtschaft, dass Wissen eine wichtige Ressource ist. Als ein Vorreiter wird das sogenannte Livelink Intranet der Firma Open Text genannt, die Workflow-Management (Ablaufsteuerung), Dokumenten-Management und Groupwarelösungen (Computer-gestützte Gruppenarbeit) zu einer Standard-Infrastruktur integriert hat.<br />
Als Trends würden sich abzeichnen (S. 22 f):<br />
— Multimedia, d.h. Verarbeitung aller möglichen Informationsformen<br />
— Globale Veröffentlichung von Dokumenten, infolge von Standardisierungen<br />
— Elektronische Archivierung<br />
— Zusammenwachsen der Dokumenten- und Transaktionsverarbeitung, d.h. Verarbeitung eigener und fremder Daten (vom Internet) werden einander naheliegende Funktionen.<br />
— Such-, Dokumentenmanagement- und Workflow-Werkzeuge setzen sich durch.</p>
<p>Zusammenfassend sagen die Autoren, dass das noch am Anfang stehende Wissensmanagement wegen voranschreitender, dabei Wissen anhäufender Spezialisierung notwendig sei. Mit zunehmenden Erfahrungen — hier scheint Prof. Österle zu sprechen — würden übertriebene Erwartungen abgebaut werden.</p>
<p>2<br />
Ein Weg von der Vision zur Wirklichkeit des geschäftlichen Wissens-Management (Business Knowledge Management) wird an der — fiktiven — Eurobank gezeigt, aus deren Planspielen das Modell für die Unterstützung einer realen Bank in Liechtenstein gewonnen wurde. Die folgenden Grundbegriffe (S. 38 &#8211; 43) wurden dabei wichtig.<br />
— Wissensflüsse: im vorliegenden Fall vom Produktmanagement bis zu den Kunden und (als Feedback) wieder zurück<br />
— Wissensstruktur: im vorliegenden Fall bestehend aus den Elementen der Hintergrunds-, Finanz-, Anlage- und Produktinformationen<br />
— Wissensbasis: Systeme und Dokumente, Wissensmanagement-Prozesse und -Rollen<br />
— Wissensorientierte Führung: Führungsorgane, Führungsinstrumente.<br />
Als weiterer Fall wird eine wiederum fiktive &#8222;Mobile Tech&#8220; genannt, als deren Aufgabe die Integration von Verkehrssystemen angenommen wurde. Auch hier wurde mit den oben genannten Grundbegriffen gearbeitet, außerdem mit dem eines Wissensführers (Chief Knowledge Officer), bei dem die Fäden zusammenlaufen, und einer Wissenskarte (KnowledgeMap), auf der Experten, Projekte und Informationsquellen in einem Blick erfassbar dargestellt sind.<br />
Die Wissensstruktur, wird in diesem Kapitel betont, ist &#8222;der Schlüssel zu effizienter Navigation und Wissensnutzung.&#8220; (S. 57)</p>
<p>3<br />
Unter &#8222;Tools und Architekturen für Business Knowledge Management&#8220; wird zunächst von dem typischen Konflikt zwischen einer einheitlichen und einer bereichsspezifischen Ausrichtung der Systemarchitektur gesprochen. Am Beispiel des &#8222;Wissensobjekts: Kunde&#8220; wird dann eine mögliche Architektur dargelegt, in der eine Wissensebene und eine Geschäftsebene unterschieden sind. Auf der ersten Ebene sind die Wissensobjekte angesiedelt, in diesem Fall die üblichen Attribute des Kunden (Name, Adresse etc.) und die Aufträge des Kunden; auf der zweiten Ebene die Geschäftsobjekte. Verbunden sind die beiden Ebenen gewissermaßen über die Treppe der &#8222;für den Kunden relevanten Produkte&#8220; (S. 87 f).<br />
Ein besonderer Abschnitt (S. 92 &#8211; 94) gehört den Suchmaschinen. Zu ihrer Geschichte wird der 1994 verwendetet WWW-Worm angesprochen, eine der ersten Internet-Suchmaschinen, für die rund 100 000 Dokumente zum Finden von Titelinfos indexiert waren; fünf Jahre später existierten Dienste mit dem Tausendfachen an für Volltextsuche zugänglichen Dokumenten. Die charakteristischen Funktionen einer Internet-Suchmaschine sind:<br />
— Crawling: das Durchsuchen von Datenbeständen<br />
— Indexing: Zerlegen eines Texts und Verknüpfung seiner Teile mit Einträgen/Wortkatalog<br />
— Ranking: Bewertung aufgrund vorgegebener Algorithmen<br />
— Searching: die im Allgemeinen über Stichwortlisten vorgenommen Suche.<br />
Zu den wichtigsten Funktionen von Suchmaschinen für das (geschäftliche) Wissensmanage-ment gehört ihr integrierendes Durchstöbern heterogener Datenbestände.</p>
<p>4<br />
Als &#8222;Promet I-Net&#8220; wird eine für das Wissensmanagement relevante Methode vorgestellt. Das Problem sei, dass sich die Technologien rasant verändern und deshalb ein dauerhaftes methodisches Gerüst gegraucht werde, das in der Organisation eines Unternehmens verankert ist. Grundbegriffe sind hier der Lebenszyklus von Wissensobjekten, die erstellt, verteilt, genutzt/gepflegt und entfernt werden.<br />
Quasi als Leitfaden seien Aufgaben mit Verantwortungszuteilung als Prozesse zu definieren, die in die Phasen Initiierung, Analyse, Konzeption, Realisierung unterteilt werden können.<br />
(S. 117 &#8211; 129)</p>
<p>Im zweiten Teil des Buchs wird eine Reihe verschiedener Fallstudien dargestellt, beginnend mit</p>
<p>5<br />
Wissensmanagement für die Schadenbearbeitung in Versicherungsunternehmen<br />
Hierbei dreht es sich, was die Wissensstruktur angeht, um Informationen über Kunden, Produkte, Prozesse, Partner. Verschiedene Wissensbedarfe seien dabei zu unterscheiden:<br />
— der Wissensbedarf des Kunden als Geschädigtem<br />
— der Wissensbedarf des Schadenbearbeiters, den er im Rahmen der Triage oder Variantenbildung bei der Schadenbearbeitung hat.<br />
Diese Bedarfe seien zu verknüpfen und in ein Ablaufsystem (workflow) zu bringen (S. 133 -159).</p>
<p>6<br />
Wissensplattform für Electronic Customer Care<br />
Hier geht es in extremer Weise um den Kunden, insofern jedenfalls, als er sozusagen als ewiger Käufer an die jeweilige Firma gebunden werden soll. Dazu wurde eine Wissensplatt-form ausgedacht, die als Rückkopplungsmodell angelegt ist und die folgende Phasen hat.<br />
— Anregung: Unter dieser Kategorie werden alle Informationen festgehalten, die dienlich sind, um bei dem Kunden ein latentes Kaufbedürfnis hervorzurufen;<br />
— Evaluation: Dies betrifft Informationen, die dem Kunden in seinem Bedürfnis entgegenkommen, die Leistung zu &#8218;evaluieren&#8216;, die er bei eventuellem Kauf erhält;<br />
— Kauf: die hierzu abrufenswerten Informationen<br />
— After Sales: Informationen zur Kundenbetreuung nach dem Kauf, mit dem Ziel, ihn erneut in die Anfangsphase (Anregung) zu bringen. (S. 161 &#8211; 177)</p>
<p>7<br />
Wissensmanagement bei der LGT Bank Liechtenstein<br />
Auch hier schlägt der Trend von der Produkt- zur Kundenorientierung durch. Die relevante Wissensstruktur für den Kundenberater besteht in diesem Fall aus den Elementen<br />
— Hintergrundsinformationen: erhältlich über Links etwa zum wirtschaftspolitischen Teil einer Tageszeitung<br />
— Finanzinformationen: Börsenkurse etc.<br />
— Anlagepolitische Informationen: zum Beispiel Marktanalysen<br />
— Produktinformationen: spezielle Kredite etc.<br />
Diese Bereiche wurden in ein hierarchisches, navigierbares Ablaufsystem umgesetzt. (S. 179 &#8211; 206)</p>
<p>8<br />
Smartnet als Kernstück des Intranet der Credit Suisse<br />
Für das Intranet dieser großen Schweizer Bank wurde ein Publikations-Konzept (Intranet-Publishing-Prozess) entworfen, bei dem ein System von aktiven Rollen die Hauptrolle spielt. Es sind die mit bestimmten Aufgaben versehenen Rollen<br />
— des Autors<br />
— des Webmasters<br />
— des Angebotsverantwortlichen<br />
— und einer Redaktionskommission, die das System steuert.<br />
Das sogenannte Smartnet ist konzipiert als ein auf die &#8222;Frontmitarbeiter der Bank&#8220; zugeschnit-tenes Kernstück dieser Intranet-Organisation, das hochaktuelle Informationen zum Abrufen bereit hält; es ist noch in Entwicklung begriffen. Als hochgestecktes Ziel wird angegeben, dass der Frontmitarbeiter auf eine &#8222;natürlichsprachige&#8220; Frage umgehend eine &#8222;natürlichsprachige&#8220; Antwort erhält, z.B. auf die Frage: &#8222;Welches Angebot darf ich einer Witwe für eine Zweithypo-thek machen, welche die Ersthypothek auf ihrer Villa bei der Konkurrenz hat, deren Mann aber sein nicht unbeträchtliches Vermögen von der Credit Suisse verwalten ließ?&#8220; (S. 229)<br />
Man erhofft übersichtliche Antworten.</p>
<p>9<br />
Zum Wissensmanagement bei BMW, wo insgesamt 1400 Mitarbeiter in der Daten-verarbeitung beschäftigt sind, wird über eine 1996 vom BMW-Vorstand initiierte Untersuchung zur Anwendung von Internet-Technologien berichtet. Dabei ging es um die Herstellung einer Wissensplattform für das BMW-Intranet. Folgende Bereiche haben sich herauskristallisiert:<br />
* Unternehmensdienste: zum Beispiel Online-Terminvereinbarung für Winterbereifung mit entsprechender Kapazitätsplanung<br />
* Wissenspool:<br />
— Adressen<br />
— Organigramme<br />
— Daten zum Unternehmen<br />
— Lexikon/BMW-Begriffe<br />
— Pressemitteilungen<br />
— Weiterbildungsangebote<br />
— Infos für Privatbedarf der Mitarbeite (z.B. Gebrauchtwagenangebot)<br />
* Spezielle Plattform (in einem Extranet) für Knowledge Management mit dem Ziel einer beschleunigten Fahrzeugentwicklung; dort auch ein Metamodell zur Verzeichnung der Wissensquellen (KnowledgeMap).<br />
Auf der Basis der entsprechenden Informationen im Intranet können Online-Bestellungen getätigt werden: Ein Vertragshändler wählt (über Benutzererkennung und Passwort) gemäß den Wünschen seiner Kunden ein Fahrzeugmodell aus und bestimmt dabei Lackfarbe, Art der Sitze und Sonderausstattungen, wobei er auch eine neue Konfiguration eingeben kann. Geplant sind für die Rückmeldung aus dem Intranet bildliche Darstellungen der jeweils gewünschten Konfigurationen.<br />
Die bisherigen Erfahrungen mit Online-Bestellungen gehen dahin, dass mit deutlich verkürzten Bestellzeiten, u.a. durch das Wegfallen der Durchsuchungen von Papierkatalogen, Kosten im Bestellvorgang eingespart werden. (S. 231 &#8211; 247)</p>
<p>10<br />
Das Verpackungsdesign der Migros: Knowledge Management in Business Networks<br />
Geschäftliche Netzwerke auf der Grundlage der modernen Informationtechnologie, wird einleitend erklärt, haben große Marktchancen. Als ein Beispiel, wie sie zu nutzen versucht werden, wird die in England beheimatete Tochter Protodigm des Pharmakonzerns Roche genannt, die für jedes auf dem Markt einzuführendes Medikament ein virtuelles Unternehmen einrichtet. (S. 250)<br />
Was Migros, die genossenschaftlich organisierte schweizerische Einzelhandelskette, anlangt, so ist dort ein Prozessnetzwerk für Verpackungsgestaltung in Entwicklung begriffen. Die Schritte der Entwicklung sind<br />
(1) eine Schwachstellenanalyse bei der Gestaltung von Verpackungen<br />
(2) eine Business Network-Strategie mit dem strategischen Eckpunkt der Auslagerung des graphischen Bereichs<br />
(3) Herstellung einer Aufgabenkette für das Verpackungsdesign mit Dimension (a): Lebenszyklus des Design (Auftrag/Briefing, Entwurf, Realisation, Produktion) und Dimension (b): Rollenbestimmungen (z.B. Produktmanager, Verpackungsdesigner)<br />
(4) Verpackungsdesign-Pilotprojekt mit den (Workflow-) Funktionen<br />
— Aufträge erfassen/modifizieren<br />
— Aufträge abfragen<br />
— Dokumente hinzufügen/löschen<br />
— Aufgabe abschließen/Informierung der nächsten Stelle.</p>
<p>Als Nutzen des neuen Systems wird angegeben:<br />
— ein Gesamtüberblick ist abrufbar<br />
— einzelne Aufträge (mit Zubehör) sind visualisiert darstellbar<br />
— die Aufgabenabläufe werden optimiert<br />
— insgesamt kürzere Durchlaufzeiten. &#8222;Dies bedeutet eine kürzere Time &#8211; to &#8211; Market.&#8220; (S. 264)</p>
<p>14.11.2001; MF</p>
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