Wolfgang-Heilmann-Preis 2017: Ergebnisse aus dem Workshop

Die Erkenntnisse aus dem Workshop zur Preisausschreibung des Wolfgang-Heilmann-Preises 2017 zum Thema „Führung in der eSociety“ lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Sozialkompetenz

  1. Globale Unternehmen: Weil die Erledigung von Aufgaben sich über den ganzen Globus verteilt, kann eine Führungskraft nur noch eingeschränkt den geführten Menschen persönlich begegnen. Führung muss ohne persönliche Begegnung auskommen. Umso wichtiger wird Medienkompetenz.
  2. Vertrauen muss an die Stelle von Kontrolle treten.
  3. Entthronungstrauma: Der Boss sitzt künftig nicht mehr auf dem Pavian-Felsen oder geht morgens durch die Räume der Mitarbeiter.

Kommunikation

  1. Kommunikation und Führung ändern sich gleichzeitig.
    1. Ein wichtiges Instrument der Führung ist Kommunikation – Kommunikation zwischen Geführtem und führendem Menschen.
    2. Weil die fortschreitende IT auch die Technik der Kommunikation ändert und neue zusätzliche Möglichkeiten der Kommunikation bietet, muss sich zwangsläufig auch die Führung anpassen und hat eventuell auch neue Möglichkeiten.
  2. Weil Medien ein wichtiges Werkzeug der Kommunikation sind, braucht Führung Medienkompetenz.
  3. Zivilgesellschaft und Politik: In der Zivilgesellschaft war Führung schon immer auf Medienkompetenz angewiesen. Beispiel: Trump führt eine Nation wie in einer TV-Reality-Show.

Aufgabenteilung:

  1. Da die Wissenschaft immer mehr Wissen anhäuft, das auch in der Technik angewandt wird, wird unsere Umwelt immer komplizierter. Und weil kein Mensch alles technisch angewandte Wissen in sich vereinen kann, geschweige denn rasch genug dazulernen kann, bringt dies fortschreitende Arbeitsteilung mit sich.
  2. Daher wandelt sich die Art der Aufgabenteilung:
    1. Ersatz: Früher hat der Bauer einen Knecht eingestellt, der dem Bauer die Arbeit abgenommen hat, die dieser sonst hätte selbst machen müssen.
    2. Unterstützung: Heute stellt ein Vorgesetzter Mitarbeiter ein, die ihm nicht nur Arbeit abnehmen, sondern die Arbeit sogar besser (und schneller) machen können, als er selbst.
    3. Ergänzung: Zukünftig hat ein Chef auch Mitarbeiter zu führen, die Tätigkeiten ausüben, die der Chef selbst nicht mehr kann / versteht.
    4. Die Arbeit der Führung wird geteilt: Der „Chef“ stellt Mitarbeiter nicht mehr selbst ein, denn er kann ihr Fachwissen nicht mehr beurteilen. Stattdessen werden Mitarbeiter von spezialisierten Personalern eingestellt.
    5. Partizipation:
      i) Der Chef holt die Meinung der Mitarbeiter ein und bindet ihr Wissen ein.
      ii) Die Verwaltung der Gemeinde holt die Meinung der Bürger ein und bindet ihr Wissen ein.
      iii) Die Parteiführung holt die Meinung der Mitglieder ein und bindet deren Wissen ein.
  3. Wenn mit fortschreitender Technik (I4.0 oder IoT) Betriebe sich auflösen, weil die Prozessketten überbetrieblich organisiert werden, würde der verantwortliche Prozessmanager in einem anderen Betrieb sitzen. Er müsste Menschen führen, die in anderen Betrieben arbeiten.
    So wird es aber nicht kommen, weil der Betrieb durch den Begriff des Geschäftsmodells abgelöst wird, das nicht an Firmenstrukturen gebunden ist. Dann wird es zwei Arten von Führung geben:

    1. Die Führung des Geschäftsmodells hat die Ideen dazu und propagiert dieses.
      Diese Art der Führung braucht Technologie-Kompetenz.
    2. Die Entscheider, die bei Bedarf die erforderlichen Entscheidungen im Prozess treffen.
      Sie treffen zum jeweils erforderlichen Zeitpunkt die bestmöglichen Entscheidungen.
      Diese Art der Führung braucht technische Kompetenz.
  4. Da die technische Evolution immer schneller voranschreitet, muss eine Führungskraft
    1. immer schneller einen disruptivem Wandel erkennen und damit umgehen können
    2. immer besser Trends und Muster aus großen Datenmengen erkennen können
    3. immer gelassener mit Fehlern umgehen und diese als Chance begreifen können

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