Giarini, O. / Liedtke, P. M.: Wie wir arbeiten werden – Der neue Bericht an den Club of Rome

Giarini, O. / Liedtke, P. M.: Wie wir arbeiten werden. Der neue Bericht an den Club of Rome. ISBN 3-453-15523-8. Heyne Verlag München 1997. 316 Seiten.

Thema: Anreizgrenze, Basiseinkommen, Dienstleistungen.

Abstract
Die Autoren entwerfen ein Schichtenmodell der Arbeit von Morgen.

Inhaltsverzeichnis
1. Wir sind, was wir produzieren — S. 25

2. Wirtschaftswissenschaft und Arbeit — S. 45

3. Produktive Arbeit im System der Industriellen Revolution — S. 97

4. Produktive Arbeit und Tätigkeit in der neuen Dienstleistungsgesellschaft — S. 147

5. Vorschläge für staatliche Maßnahmen und gesellschaftliche Entwicklung — S. 267

Bewertung
Ein wichtiger Diskussionsbeitrag zum Thema.

Inhalt

Hier nur als Notiz zwei Bemerkungen zu dem Buch, das mit Ulrich Beck („Schöne neue Arbeitswelt“) inhaltlich korrespondiert.

Erstens. Die Autoren skizzieren unsere Arbeitswelt von morgen als eine, die von Dienstleistungen verschiedenster Art geprägt sein wird: Dienste werden gegen Entgelt geleistet. Interessanterweise wird dabei (implizit) unterstellt, dass die auf Lohnarbeit basierende Form der Arbeit ‚abstirbt‘ bzw. nach und nach irrelevant wird.

Zweitens. Die Autoren sehen (S. 248 ff) die künftige Arbeit grundsätzlich in drei Schichten aufgebaut, wobei nicht jedermann in jede dieser Schichten involviert ist.
1. Schicht: Ein garantiertes Basiseinkommen, gewährleistet (wie von Milton Friedmann vorgeschlagen) durch eine negative Einkommenssteuer; hierdurch sollen Personen, deren Einkommen zum Lebensunterhalt nicht ausreicht, im Sinne des Lebensunterhalts ein aus dem Fond der Einkommenssteuer abzuzweigendes Einkommen beziehen.
2. Schicht: Eigenes Einkommen aus Erwerbsarbeit, insbesondere Dienstleistungen. Wenn jemand Einkommen aus der 2. Schicht und zugleich aus der 1. Schicht (Basiseinkommen) hat, betonen die Autoren, sollte das Basiseinkommen nur so weit zurückgefahren werden, dass ein Anreiz zum (möglichst vollen) Erwerb eigenen Einkommens bestehen bleibt.
3. Schicht: Freiwillige, unbezahlte Arbeit für die eigene Person und/oder die Gesellschaft.

Anmerkung zum Schichtenmodell:
Das Hauptproblem dieses Modells besteht offensichtlich im gleichzeitigen Bezug von Einkommen aus der 1. und der 2. Schicht. Kritisch ist dabei die „Anreizgrenze“. Um beurteilen zu können, ob das Modell in ein funktionierendes System gemünzt werden kann, wäre eine empirische Untersuchung dazu hilfreich, wie verschiedene Personengruppen ihre Anreizgrenze bzw. den Kurvenverlauf einer solchen Grenze sehen.

15.11.2001; MF

Veröffentlicht in Themenübergreifende Literatur