Einen Roboter heiraten?

„Sollen Menschen Roboter heiraten dürfen“, fragt das IT-Portal Heise.de. Wir versuchen mal eine Antwort.

Von Michael Mörike

Im Artikel erklärt Schachmeister und KI-Experte David Levy, warum Roboter für manche Menschen gute Lebenspartner sein könnten. Er erinnert an rapide sich ändernde Moralvorstellungen in den letzten Jahre: Vor 70 Jahre wurde in den USA das Verbot von „Mischehen“ abgeschafft. Gleichgeschlechtliche Ehen sind seit 2000 in immer mehr Ländern legal. In diesem „Klima der gestiegenen Akzeptanz“ hält Levy auch Ehen zwischen Menschen und Robotern in naher Zukunft für möglich.

Wir meinen, da gibt es derzeit – und aus unserer Sicht noch sehr lange weiterhin – ein gravierendes Hindernis: Ein Ehe ist nicht nur die Anerkennung der Sexualität der betroffenen Menschen. Da mag es sein, dass die Menschen mehr und mehr ihre Sexualität mit Robotern ausleben. Sei‘s drum. Eine Ehe ist aber in allen Kulturen vor allem auch ein Vertrag im Sinne einer lebenslänglichen gegenseitigen Versorgungsvereinbarung. Werden in manchen Kulturen auch Frauen gegen ihren Willen verheiratet, so ist das unsere Wertvorstellung nicht! Gemessen an westlichen Werten setzt eine Heirat einen eigenen selbständigen Willen auf beiden Seiten voraus.

Gibt es einen eigenen selbständigen Willen bei Robotern? Vielleicht mag es ihn in ferner Zukunft mal geben. Dann stellt sich die Frage neu. Wir meinen aber – bei allem Fortschritt der KI – Roboter werden noch lange keinen eigenen freien Willen haben.

Und wenn es nach uns geht, werden Roboter sogar nie einen eigenen freien Willen erhalten. Wir treten als Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informationstechnologie dafür ein, dass die IT und also auch die KI immer Werkzeug bleibt, das dem Menschen hilft, seine Lebensqualität zu steigern. Die IT und also auch die KI sollen immer dem Menschen gehorchen, ihm also untertan bleiben. In diesem Sinne kann ein Mensch einen Roboter kaufen (wie in früheren Zeiten einen Sklaven), der ihm in allen Lebenslagen hilft, ihn – wegen mir – berät, ihm Arbeit abnimmt, ihn versorgt – aber eben immer nur auf Befehl des Menschen hin – und niemals aus eigenem freien Willen.

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